ich hab sonnen Halz…

26 10 2010

Wir haben hier oben schon immer vermutet, daß ein so großes Atommüllager(Zwischenlager*hahaha*) bestimmt nicht nur für die starkstrahlenden Abfälle aus Lubmin und Rheinsberg bestimmt ist. Was ich selbst erst jetzt erfahren hab: 1999 im Zuge der Indienststellung des ZwL in Lubmin ist der damalige UmweltMinister Jürgen Trittin vor die Presse getreten und spruch wörtlich folgenden Satz:
„Dieses Zwischenlager für hochaktive Brennelemente ist ausschließlich vorgesehen für abgebrannte Brennelemente aus Greifswald und aus dem AKW Rheinsberg. Es ist nicht vorgesehen als Zwischenlager für Brennelemente aus westdeutschen AKWs oder Glaskokillen beispielsweise aus der Wiederaufarbeitung“
Ende des Zitats.
Und zu dem Zeitpunkt hat er schon gelogen wie Goebbels`braune Aktentasche, denn zu dem Zeitpunkt hat er schon längst die Papiere unterzeichnet, die uns jetzt die Ankunft genau dieser Glaskokillen in Castorbehältern HAW28M aus Karlsruhe bescheren. Die Vermutungen waren also richtig, daß hier oben in der Lubminer Heide das Atomklo D-Lands entsteht, aber daß es ausgerechnet ein Politiker der GRÜNEN ist, haut mir doch ziemlich die Beine wech. Und wenn die Künasts und Roths dieser Welt jetzt scheinheilig mitwettern gegen diese Machenschaften der bösen Atomlobby – ja sorry, da kommt mir die Wurst. Und ich steh wieder vor der Frage: wen wählen, wenn nichtmal denen noch zu trauen ist. Trittin ist ein Lügner, genauso übel wie die feinen Herren von den anderen etablierten Parteien. Zum :devil: nochmal und ich möchte ihm gerne ins Gästebuch sch…. aber werde wohl trotzdem GRÜN wählen, weil es einfach alternativlos ist. Hab ja auch schon mit dem gedanken gespielt, selbst Mitglied dort zu werden, denn gegen alles meckern ist ja einfach.
Das Schlimme an der Atommüllager-Geschichte ist, daß es hier in Lubmin keine sog. „Heiße Zelle“ gibt, also eine strahlenisolierte Kammer, in der ein Castorbehälter im Falle eines technischen Defekts sicher geöffnet und umgeladen werden kann. Sehr beruhigend der Gedanke, wo praktisch niemand genau weiß, was da im CastorInneren abgeht, wenn die Kühlung mal versagt oder das Material sich verändert durch die permanente hohe Strahlenbelastung. Aber guckt mal hier zur Geschichte der ZwL- Errichtung in Lubmin(nur ca 20km östlich von Greifswald):
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/no…n3213.html
(Man reiche mir den ÜbelKübel, sonst wird mir ohne Kübel übel!)

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3 responses

26 10 2010
juwi

Hallo Wolfgang,

ich habe mir gerade das von dir verlinkte Video angesehen. Nicht zu fassen! Danke für den Hinweis.

Was die „Zentralen Zwischenlager“ angeht – nicht nur das in Lubmin, sondern auch die in Ahaus und Gorleben – sind wir einer Meinung. Ich gehe davon aus, dass die auf eine ähnliche Weise zu Endlagern mutieren werden, wie im ehemaligen Salzbergwerk Asse-II aus dem „Versuchs-Atommülllager“ eine Atomkloake wurde und wie das „Erkundungsbergwerk“ im Salz bei Gorleben – trotz ähnlicher Sicherheitsbedenken wie im Fall Asse-II – zum Endlager für hochradioaktiven Atommüll ausgebaut werden wird, sobald die wespenfarbene Bundesregierung auch nur die geringste Chance dazu bekommt. Auch wenn aufgrund der Klagen im Moment Ruhe herrscht, wird das erst dann ein Ende haben, wenn die Stollen irgendwann (hoffentlich!) wieder dichtgeschüttet sein werden.

Der Grund für meine Annahme, die Zwischenlager seien de facto Endlager, ist die Tatsache, dass es keine geologische Strukturen in der Erdkruste gibt, für die man heute mit Sicherheit voraussagen kann, dass sie in Millionen von Jahren keinerlei Veränderungen unterworfen sein werden. Aufgrund der Radioaktivität und der Halbwertszeiten einiger Bestandteile des hochradioaktiven Atommülls muss für so unfassbar lange Zeiträume sichergestellt sein, dass ein Entweichen radioaktiver Stoffe in die Biosphäre unmöglich ist. Ein heute lebender Mensch mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 70 bis 80 Jahren könnte dafür außerdem keine Garantie übernehmen, da man ihn schon in 100 Jahren nicht mehr zur Rechenschaft ziehen könnte, falls es sich irgendwann herausstellen sollte, dass er gelogen hat. Im Falle der Asse-II haben bereits wenige Jahzehnte ausgereicht, um den SuperGAU der Atommüll-Lagerung auszulösen.

Der ohnehin schon angerichtete Schaden ließe sich nur begrenzen, wenn die Atomkraftwerke schnellstmöglich stillgelegt werden würden. Die Wespen in Berlin wollen jedoch das Gegenteil: Die Meiler sollen noch länger laufen – für 8 bzw. 14 Jahre – erst einmal (wer weiß den heute schon, was eine Bundesregierung sich in 8 oder 14 Jahren wieder ausdenkt?).

Nach dem Kampf gegen den sogenannten „NATO-Doppelbeschluss“ (Stationierung von Atom-Mittelstreckenraketen in Westdetschland) und dem Abschluss des Atomkonsens hätte ich nicht gedacht, dass ich jemals wieder Veranlassung haben würde, meinen Protest gegen irgendetwas auf die Straße tragen zu müssen. Ich habe mich davon einlullen lassen, und wurde eines Besseren belehrt.

Ich werde so lange bei jeder Gelegenheit gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke demonstrieren, bis der letzte Meiler engültig abgeschaltet worden ist. Übrigens: Auch aus Greifswald fährt am 6. November ein Bus zur Demonstration nach Dannenberg.

Gruß von der Nordseeküste an die Ostsee,
juwi

PS: Dein Spruch mit dem ÜbelKübel hat nach der aufregenden Lektüre deines Beitrags wieder ein Lächeln in mein Gesicht gezaubert.

27 10 2010
Frau Momo

Den ÜbelKübel brauche ich auch ansichts der Merkelschen Atom-Lobby-Politik. Unsere Busfahrkarten für den 6.11. sind gekauft. Wir werden Frau Merkel schon ordentlich einheizen.

25 11 2010
juwi

Hallo Wolfgang,

ich hatte mich darüber geärgert, dass das Video mit der Rede Herrn Trittins ausgerechnet jetzt aus der Mediathek des NDR verschwunden ist, und habe nach einer anderen Quelle gesucht, welche die Aussage Herrn Trittins belegt, das „Zwischenlager Nord“ sei ausschließlich für den Atommüll aus Greifswald und Rheinsberg bestimmt. Fündig geworden bin ich dann auf den Internetseiten des BMU. Dort habe ich zwei Pressemitteilungen mit der entsprechenden Aussage gefunden:

http://www.bmu.de/pressearchiv/14_legislaturperiode/pm/450.php
http://www.bmu.bund.de/pressearchiv/14_legislaturperiode/pm/478.php

Gruß von der Nordsee an die Ostsee,
juwi

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