SpätSommerAbendNächte

15 08 2013

Der Sommer macht es in diesem Jahr entweder richtig heiß oder er nimmt so den Regler zurück, daß es uns frösteln macht. IZum Wochenende und in der kommenden Woche nimmt er aber nochmal Fahrt auf, so daß wir die leichte Jacke auch wieder zu Hause lassen können – das jedenfalls behaupten die WetterfFrösche aus Bonn und Offenbach. Nach meiner langen Malaise mit den gelenken konnte ich nun erstmals wieder mal ein längeres Stück auf dem Fahrrad zurücklegen, ohne daß es extrem schmerzhaft wurde. Dafür bin ich sehr dankbar und hab natürlich auch die Cam dabei gehabt. LudwigsburgSo hab ich seit Langem mal wieder beim Herzog Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast an die Haustür geklopft – war leider niemand zu Hause, auch auf dem ganzen Hof war keiner mehr. Ja gut, der Herzog ist ja auch schon 1596 totgeblieben, hat aber das Schloß für seine Frau Hedwig  1577 errichten lassen. köppeAuf dem RyckWeg gings nochmal zu den Drei Köppen an die NordMole in Wieck und dann gemütlich auf dem Treidelweg am Ryck wieder nach Hause. Sternschnuppen hab ich leider keine gesehen, obwohl in diesen Tagen ja der Perseiden- Sternschnuppenschwarm an der Erde vorbeisaust.

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Was’n Wochenende…

13 08 2012

…Am Sonnabend haben tausende Pommern gezeigt, was sie von der Braunen Pest halten, die sich auf einem streng abgeschirmten Bauernhof in Viereck einfand , um ein „PresseFest“ (oder FressePest) abzuhalten. In der ZDF-Mediathek ist einiges davon zu sehen: Über 2000 Menschen bildeten eine Menschenkette von Pasewalk bis nach Viereck. Die „national befreite Zone“, wie die feinen Herrschaften ihre Ansiedlung nennen, kam ganz gut in die Bredouille und der Oberste Klappspaten der Truppe konnte da vor seinen Spießgesellen geifern – wen interessierts?

Und der Sonntag war quietschbunt und pickepackevoll mit vielen schönen Erlebnissen: Es ging los am späten Vormittag bei einer guten Tasse Kaffee bei der meine LeuchtturmWärterin und ich dem Ersten Greifswalder MotorradGottesdienst beiwohnen durften. Ganz viel sidolgeputzter Chrom und glänzender Lack. 1000 Leute haben auf dem Markt ihre 750 Hocker aufgestellt, Motorräder aller Marken, Größen und Gattungen – von Harleys, Großen und Kleinen Truden, Emmen und sogar einige Simson-Mopeds gab es alles zu sehen, was zwei Räder hat. Nach dem Aaronitischen Segen vom Pastor hieß es „Helme auf und an die Böcke!“ und der Platz erfüllte sich mit dem Geknatter hunderter Motoren. Der HornissenSchwarm machte sich auf eine Rundfahrt ins nähere Umfeld Greifswalds. Und wir besuchten „unsere“ Tierchen im WestEnd der schönsten Hansestadt am Ryck.

Bei den TierParkBewohnern gab es grade Mittagessen und die meisten befleißigten sich ziviler TischSitten. Bei Hängebauchschweins ging es hingegen zu wie bei Schweins und die NasenBären können sich beim Fressen nicht riechen. Die stürzen sich aufs Obst, als wenn es kein Morgen gäbe. Am späteren Nachmittag lud ein wunderbares Licht uns zum Photographieren am Schloß Ludwigsburg ein. Dieses Schloß der alten PommernHerzöge ist mittlerweile in der Substanz gesichert, ebenso die Hauptgebäude des Wirtschaftshofes. Die Nebengebäude sind allerdings ziemlich marode, sie geben aber wunderbare Photomotive. Dieser Hof ist ein wunderbares bauliches Ensemble und es gibt noch einen liebevoll gepflegten Kräutergarten, dessen Erzeugnisse auf den Kräuter- und Räuchermärkten regelmäßig angeboten werden. Und wir zogen ein Stück weiter an den Strand der Dänischen Wieck, von wo sich ein richtig schöön kitschiger Sonnenuntergang anbahnte, den wir mit Kamera im Anschlag und auch einfach so in uns aufsogen. Unser schönes PommerLand zeigt, was es in puncto Sonnenuntergang so zu leisten imstande ist. …und so endete dieser wundervolle Tag als KraftTag für eine neue Woche, deren erster Tag ja nun auch schon wieder vorbei ist.





Der Heilige Geist

28 05 2012

kam zu uns hernieder auf die Erde und schenkte uns dieses wundersonnige WochenEnde, an dem die LandesKirchen Mecklenburgs und Pommerns zu existieren aufhörten und die Evangelisch – Lutherische Kirche in Norddeutschland gegründet wurde, ein Zusammenschluß der Nordelbischen mit den beiden NachbarKirchen östlich der Elbe.

Am Freitag wurde die Pommersche Evangelische Kirche im Dom zu Greifswald „zu Grabe getragen“ und am PfingstSonntag ist sie unter dem Dach des Doms zu Ratzeburg in der NordKirche wieder auferstanden. Vielleicht ist die territoriale KirchenVereinigung ja auch ein Modell für ein zukünftiges einheitliches Norddeutschland – weg von der derzeitigen Kleinstaaterei an den zwei Meeren. Es ist doch schlichtweg albern, wenn jedes dieser Länder sich den Luxus eigener LandesFürsten leistet. Beim Rundfunk hat die Vereinigung der NordLänder ja auch schon stattgefunden – und funktioniert. Es ist alles im Fluß, nichts bleibt wie es war und jeder Niedergang ist auch eine neue Chance für eine neue Richtung.So sah es gestern abend an meinem HausFlüßchen, dem Ryck aus, wo tagsüber noch ein ordentlicher NordOst über See pfoff , den KiteSurfern bei Loissin zur Freude und fähig, den an Land Gebliebenen das HauptHaar gehörig zu sortieren*grins*Am heutigen PfingstMontag bin ich mal wieder aufs Rad gestiegen und seit Langem nach Ludwigsburg zum Schloß gefahren. Die Entwicklung des Schlosses beobachte ich ja bereits seit Mitte der 90er Jahre, als angefangen wurde, das Haus zu sanieren. Damals wurden bauliche Fehler gemacht, die das ehrwürdige Gemäuer fast hatten einstürzen lassen. Es begann mit einer schweren Stahlkonstruktion, die in den Dachstuhl eingebaut wurde, um diesen zu stützen, aber durch ihr eigenes Gewicht das Mauerwerk schwer schädigte. Daraufhin mußten Stahlständer durch das Gebäude gezogen werden, um die Last der Dachkonstruktion abzufangen. Mittlerweile sind diese Scharten ausgewetzt und es ist auch die SchwammSanierung des gesamten Hauses beendet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat wieder Mittel bereitgestellt, um nun auch mit der eigentlichen Sanierung des Baukörpers zu beginnen.

Das Erdgeschoß ist zur Zeit gesperrt. Interessant dort ist die große Halle mit den drei dicken Säulen, auf denen das gesamte Gebäude ruht. Die Halle ist schon um 1600 geteilt worden – in eine Empfangshalle und eine mit Wagen befahrbare Vorhalle. Die hohen Herrschaften konnten bis ins Gebäude hinein fahren und konnten trockenen Fußes ins Haus gelangen.  Die Toröffnung ist noch zu sehen in der Außenwand des Westflügels links neben der Haustür.

Im ersten Obergeschoß sind die Fußböden abgenommen und darunter sind die Gewölbe zu sehen. Die waren teilweise mit Bauschutt aufgefüllt – eine tödliche Last für die Konstruktion. Jetzt sind sie wieder freigeräumt und sichtbar werden auch die Rauchgasableitungen, die im Haus als Fußbodenheizungen dienten, eine wie ich finde ziemlich geniale Lösung.

Das erste Obergeschoß ist teilweise begehbar und beherbergt schon erste Objekte für ein zukünftiges RomantikerZentrum. Dieses soll hier im Geburtshaus Friedrich-Augusts von Klinkowström entstehen, wenn die Sanierungen abgeschlossen sind. Klinkowström war Zeitgenosse und Freund der berühmten Maler der Romantik Caspar-David Friedrich und Philipp Otto Runge. Sehr interessant ist die gesamte Hofanlage rund um das Schloß, hier der Speicher, in dem oft Ausstellungen und Galerien zu sehen sind und der auch immer ein Ort für „Kunst Offen“ ist. Die Geschichte des im 16.Jahrhundert als Witwensitz der Gattin Herzog Ernst-Ludwigs zu Pommern-Wolgast errichteten Schlosses zu Ludwigsburg ist auch schon deshalb so interessant, weil es der einzige erhaltene Wohnsitz der Pommernherzöge westlich der Oder ist und weil dieses Haus sich seit 1945 gegen den Verfall gewehrt hat, wissend, daß eines Tages seiner angenommen würde. Jetzt ist es soweit, die Substanz ist gerettet und es wird nun zwar noch ein paar Jahre dauern bis zur endgültigen Fertigstellung, aber dieses Haus ist dem Untergang entrissen, es hat die Zeitläufte mit Kriegen und Diktaturen überdauert  und ich bin guter Hoffnung, daß es bald in alter Schönheit erstrahlt.

Ich hoffe, Ihr alle konntet das feine Wetter draußen nutzen und Kraft und Wärme tanken. Die kommende Woche kommt mit einer deutlichen Abkühlung daher,wir bekommen eine Nord – bis NordWestAnströmung, die polare KaltLuft zu uns schaufelt.  Am Wochenende gibts nur noch höchste Werte um die 15°C und Schauer sind möglich, was allerdings die Pflanzen und die Landwirte höchst erfreut, denn die RegenMengen sind gerade im PommerLand wieder recht dürftig ausgefallen.





Altes Haus am Meer

26 05 2010

.. es steht in LUDWIGSBURG. Und nun werdet Ihr überlegen: Ludwigsburg ? Am Meer, BaWü? Württemberg jetzt an der See? Nöö, Ludwigsburg gibts auch bei mir „umme Ecke“, es ist der Witwensitz der Pommerschen Herzöge. Der Name geht auf den Herzog Ernst Ludwig von Pommern -Wolgast zurück, dessen Gemahlin Sophia Hedwig das Gelände aus dem Besitz des Klosters Eldena erhielt, dort Ende des 16Jhd. das Schloß errichten ließ , das sie bis zum Ende ihrer Tage bewohnte. Die Schwester des letzten Pommernherzogs Bogislaw XIV. , Anna von Croy wohnte dort bis 1650.

Das als Sommersitz gedachte Schloß erhielt 1908 Strom und eine Zentralheizung, gehörte bis 1946 der Greifswalder Kaufmannsfamilie Weißenborn, danach der Gemeinde Ludwigsburg und beherbergte lange Flüchtlinge, später war es ein Altenheim. Nach 1970 war es so abgewohnt, daß es weitgehend leergezogen wurde. Nur noch die Betriebsküche einer Landwirtschaftlichen Produktions- Genossenschaft nutzte das Erdgeschoß und mit der Wende beschleunigte sich das Sterben des interessanten Hauses. Seit 1992 gehört es nun wieder den Weißenborns und ein Förderverein kümmert sich um den Erhalt der Substanz, die gerade in den Jahren nach 1989 schwer gelitten hat. Momentan ist im Haus die Schwammsanierung erfolgreich beendet und eine schwere Stahlkonstruktion aus dem Dachstuhl wieder ausgebaut, mit der das Dach gestützt wurde, die aber durch ihr Gewicht das ganze Gebäude gefährdete. Der Ostgiebel des Schlosses, rechts oben: das Fachwerk ist fast komplett freigelegt und mit Heißluft ist der Hausschwamm vernichtet worden. Im ersten Obergeschoß sind die Gewölbe unter den Fußbodendielen freigelegt worden. Dort muß der abgelagerte Bauschutt herausgegraben werden, damit der Druck auf das Gewölbe verringert wird. Die Stuckdecke ist noch aus der Erbauungszeit des Hauses, wie auch die meisten Fenster. Auch im 17. Jahrhundert mußte schon Energie gespart werden. Deshalb wurde diese GlasWand eingebaut, um das Treppenhaus von den Wohnräumen abzutrennen – und trotzdem Licht hineinzulassen. Die Fenster hatten übrigens immer einen waagerechten Sturz, der Bogen verringert „nur“ den Druck auf den Fenstersturz. Bei einer Wandstärke von über einem Meter war es möglich, 60cm tiefe Schränke in die Wand einzubauen, von denen nur noch zwei im ganzen Haus erhalten sind. Und es sind unter den in DDR- Zeiten angebrachten Ölsockeln noch Original- Fresken entdeckt worden, die zumindest teilweise wieder restauriert werden sollen. es bleibt also interessant – und ich werde wiederkommen und auch wieder berichten, wenn sich was ut im Schloß Ludwigsburg in Vorpommern.