Helm ab zum Gebet!

11 08 2014

Nein nein keine Vereidigung von Rekruten auf dem Greifswalder Marktplatz, sondern der nunmehr dritte MotorradGottesdienst. Auch ist diese Schaffe noch überschaubar im Vergleich zum Hamburger MoGo, wo an die 25.000 Maschinen um den Michel knattern. Hier sind es vielleicht ca. 350 Motorräder, die auch noch alle auf den Markt passen. Mittlerweile kommen sie aus ganz Deutschland, MZ stand hier mal icht für die Motorradmarke sondern für Mainz, und auch holländische Kennzeichen waren zu sehen. Aber auch , wenn auch nur noch wenige MZ- Motorräder. Eine von ihnen war diese wunderschön erhaltene 150er TS. Auf so einer Maschine habe ich angefangen Motorrad zu fahren und sie war trotz aller Malaisen, die auf schlechtes Material zurückzuführen waren recht zuverlässig. Mein Motorradhändler hat damals (1982) gesagt, daß man aus dem Material für diese Motorräder vor 50 Jahren kein Fahrrad gebaut hätte. Und trotzdem war sie eine Maschine, an der man noch fast alle Wartungsarbeiten selbst ausführen konnte. Das ging übrigens an allen MZ-Motorrädern. MoGo1Ein BikerPärchen, das kurz zuvor auf dem Standesamt getraut worden ist, bekam hier, vor aller Öffentlichkeit auch den kirchlichen – und hoffentlich auch Gottes Segen. Jana und Uwe, möge Eure Liebe ewig halten und Ihr allzeit eine Handbreit Luft unter der Felge haben bei Eurer Fahrt durch das gemeinsame Leben! Nachdem dann Ringe und Küsse vor versammelter BikerGemeinde getauscht wurden, erzitterte die Luft über dem Markt, ein Brummen und Grummeln wie ein wütender Hornissenschwarm ertönte und das RiesenRudel der Gröckeleisen und Petroleumreithwagen setzte sich in Bewegung zu einer Ausfahrt durch das Pommersche PlattLand. MoGo3MoGo4Insgesamt ging die Schaffe noch bis ca. 16:00 und alle Biker und Bikerinnen hatten das ideale Motorradwetter. Nicht zu heiß und trocken. Gott hatte also ein Einsehen mit den Motorradfahrern, wo doch die Meteorologen etwas Regen prognostizierten. Nächstes Jahr wird es also dann den Vierten Greifswalder MotorradGottesdienst geben. Ach eins war da noch: Gestern gab es den absoluten Riesenvollmond. MondLicht… nur daß er in Greifswald aufgrund kompakter Bewölkung nicht zu sehen war. Dieser hier ist älter.   Und so wünsch ich Euch allen einen feinen Start in die neue Woche.





Was’n Wochenende…

13 08 2012

…Am Sonnabend haben tausende Pommern gezeigt, was sie von der Braunen Pest halten, die sich auf einem streng abgeschirmten Bauernhof in Viereck einfand , um ein „PresseFest“ (oder FressePest) abzuhalten. In der ZDF-Mediathek ist einiges davon zu sehen: Über 2000 Menschen bildeten eine Menschenkette von Pasewalk bis nach Viereck. Die „national befreite Zone“, wie die feinen Herrschaften ihre Ansiedlung nennen, kam ganz gut in die Bredouille und der Oberste Klappspaten der Truppe konnte da vor seinen Spießgesellen geifern – wen interessierts?

Und der Sonntag war quietschbunt und pickepackevoll mit vielen schönen Erlebnissen: Es ging los am späten Vormittag bei einer guten Tasse Kaffee bei der meine LeuchtturmWärterin und ich dem Ersten Greifswalder MotorradGottesdienst beiwohnen durften. Ganz viel sidolgeputzter Chrom und glänzender Lack. 1000 Leute haben auf dem Markt ihre 750 Hocker aufgestellt, Motorräder aller Marken, Größen und Gattungen – von Harleys, Großen und Kleinen Truden, Emmen und sogar einige Simson-Mopeds gab es alles zu sehen, was zwei Räder hat. Nach dem Aaronitischen Segen vom Pastor hieß es „Helme auf und an die Böcke!“ und der Platz erfüllte sich mit dem Geknatter hunderter Motoren. Der HornissenSchwarm machte sich auf eine Rundfahrt ins nähere Umfeld Greifswalds. Und wir besuchten „unsere“ Tierchen im WestEnd der schönsten Hansestadt am Ryck.

Bei den TierParkBewohnern gab es grade Mittagessen und die meisten befleißigten sich ziviler TischSitten. Bei Hängebauchschweins ging es hingegen zu wie bei Schweins und die NasenBären können sich beim Fressen nicht riechen. Die stürzen sich aufs Obst, als wenn es kein Morgen gäbe. Am späteren Nachmittag lud ein wunderbares Licht uns zum Photographieren am Schloß Ludwigsburg ein. Dieses Schloß der alten PommernHerzöge ist mittlerweile in der Substanz gesichert, ebenso die Hauptgebäude des Wirtschaftshofes. Die Nebengebäude sind allerdings ziemlich marode, sie geben aber wunderbare Photomotive. Dieser Hof ist ein wunderbares bauliches Ensemble und es gibt noch einen liebevoll gepflegten Kräutergarten, dessen Erzeugnisse auf den Kräuter- und Räuchermärkten regelmäßig angeboten werden. Und wir zogen ein Stück weiter an den Strand der Dänischen Wieck, von wo sich ein richtig schöön kitschiger Sonnenuntergang anbahnte, den wir mit Kamera im Anschlag und auch einfach so in uns aufsogen. Unser schönes PommerLand zeigt, was es in puncto Sonnenuntergang so zu leisten imstande ist. …und so endete dieser wundervolle Tag als KraftTag für eine neue Woche, deren erster Tag ja nun auch schon wieder vorbei ist.