Pommerns LandesFarben: Blau und Weiß

23 03 2012

Sie sind auch durch die weißen KreideFelsen an der Rügener OstKüste berühmt geworden. Jetzt nach dem Winter, nachdem wieder einige Kreideabbrüche für die frische WeißFärbung an den Steilwänden sorgten hab ich mir heute mal seit Langem wieder den Luxus gegönnt, den Wanderweg von Saßnitz bis zur VictoriaSicht zu gehen. Das sind ungefähr 7km durch den noch winterlich kahlen Buchenbestand, der phantastische Ausblicke auf die weißen KreideFelsen zuläßt. Die Sonne malt SchattenBilder auf den WaldBoden und gibt den ersten blauen Blüten(LeberBlümchen?) und jungen Bäumchen die Kraft zum Wachsen.

Und jedes Jahr der Gedanke an diesen Baum, der sich seit Jahrzehnten da oben festkrallt. Extreme Absturzgefahr in der Nähe dieses Baumes und – auch diesen Winter hat er überlebt. Bis jetzt.

 

Kreideabbrüche sind ein ganz natürlicher Vorgang an der Küste. Nur dadurch strahlt der KreideFels so weiß. Ältere KreideFormationen sehen schmutziggrau aus. Wenn die Kreide in die See stürzt, macht sie aus dem glasklaren Wasser der Ostsee eine trübe Milchsuppe und wenn die Kreide herausgespült ist und die abgewaschenen Feuersteine am Strand liegenbleiben, ist die beste Zeit, Fossilien und HühnerGötter zu finden. Mein Weg führte mich bis zur Victoria-Sicht. Dieser kleine Steg wird jedes Jahr vom TÜV geprüft und es weiß niemand, wer ihn wann und wie gebaut hat. Es gibt keine Bauunterlagen. Aber er hat selbst MICH ausgehalten und mir diesen atemberaubenden Blick aus gut hundert Metern Höhe auf die KreideSteine und die grünblaue See ermöglicht. Von dort ist auch der Königstuhl zu sehen, der über 120m über See steht.





Sie ist wieder an Land…

31 01 2012

… die kleine Katharina aus Brandenburg. Sie ist dann doch von der Wucht des Kreideabbruchs aus über 30m Höhe hinaus auf die See gedrückt worden und nicht wie vermutet unter der Kreide verschüttet. Und die See hat sie heute zurückgebracht – ganz in der Nähe der Stelle, an der sie umgekommen ist. Ihre Mutter, ihr Vater und ihre Schwester haben nun Gewißheit, sie können nun endlich Abschied nehmen und ihre Katharina beisetzen. Heute nacht wird auch in meinem Fenster ein Licht für sie brennen und heute nacht wird der alte Leuchtturm oben am Kap Arkona auch für sie sein Licht senden, sowie für die vielen Feuerwehrleute und Rettungs- und Bergungskräfte von THW, Polizei und die Freiwilligen Helfer, die heute an sie denken werden. Sie wollte doch nur mit ihren Lieben diese wunderschöne Stelle von Rügen sehen, die Wellen hören, die See riechen. Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort. Diese Stelle sieht jetzt ganz anders aus, nicht mehr so friedlich zwischen den HolzPfählen und der Ruine des PegelHauses. Es werden auch in Zukunft immer wieder einmal Teile der SteilKüste in die See stürzen und das ist eben ein ganz natürlicher Prozeß. Wir müssen es annehmen, es respektieren und bei Frostwetterlagen oder schweren Regenfällen besondere Vorsicht walten lassen und erst wieder dicht an das Kliff heran, wenn länger stabiles, trockenes Wetter herrscht. Aber auch dann gibt es keine absolute Sicherheit. Es ist auch kein Trost, wenn die jährlich ca. 300 LawinenToten in Österreich herhalten müssen, um diesen einen TodesFall am Kap Arkona zu relativieren. Wir sollten anerkennen, daß die Kräfte, die in der Natur wirken, zigtausende mal stärker sind als wir Menschen. Und trotz alledem: die SteilKüsten auf Rügen sind so schön, daß sie unbedingt besucht und gesehen werden sollten. Hunderttausende gehen da unten entlang und sie alle sind hin und weg angesichts dieser Schönheit. Laßt Euch also nicht abbringen von der Neugier auf die See, auf die KreideFelsen, auf die FeuerSteine und HühnerGötter.