Zwei Minuten ehrenden Gedenkens

8 04 2013

stoppten heute um 10Uhr Ortszeit das gesamte Leben, den Verkehr, die Geschäfte in EretzYisrael. Zwei Minuten für Millionen Menschen, die in der Shoah umkamen,dem von D-Land ausgehenden Grauen, das über Europa zog und so vielen Menschen den Tod brachte. Ortsnamen wie Treblinka, Auschwitz-Birkenau, Bergen- Belsen, Sobibor, Terezín, die sich in die Seelen der wenigen Überlebenden eingebrannt haben, sie werden auf ewig mit den Greueln der unseligen Hitlerei in Verbindung gebracht, obwohl heute in all diesen Orten ganz andere Generationen von Menschen wohnen.

Und es gab in der unseligen Zeit auch die Menschen in Deutschland, die sich der grausamen NaziHerrschaft verweigerten, die sich mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für ihre Nachbarn, Freunde und Mitarbeiter einsetzten, was in dieser dunklen Zeit sogar  in der Hauptstadt dieses dunklen Reiches möglich war. Einer dieser Leute war der Berliner Besen- und Bürstenfabrikant Otto Weidt, in dessen Blinden-Werkstatt in der Rosenthaler Straße 39 jüdische Mitarbeiter Arbeit und Zuflucht fanden(Arbeitsbuch v. Alice Licht). Einige von ihnen haben das NaziReich überlebt dank der Zivilcourage dieses Mannes und seiner Frau, die zu ihren Mitarbeiterinnen gehalten haben, selbst als schon alles verloren schien. Zwei von den vielen, die dank seiner Fürsorge den Schergen des NaziStaates entkommen konnten sind Inge Deutschkron und Alice Licht. In der Werkstatt gab es einen getarnten, fensterlosen Raum, in den die jüdischen Mitarbeiterinnen flüchten koonnten, wenn Kontrollen der Gestapo kamen. Selbst als durch Verrat alles aufflog, seine Leute nach Terezín deportiert wurden, ließ er sie nicht im Stich. Die Familie Weidt hat ÜberlebensPakete nach Terezín (Theresienstadt) geschickt, hat den Kontakt aufrechterhalten selbst bis an die Tore zur Hölle: Alice Licht ist nach Auschwitz verschleppt worden. Otto Weidt hatte den Schneid, mit den Erzeugnissen seiner Firma nach Auschwitz(oben mitte+rechts) zu reisen, den dortigen Chefs Offerten für Bürsten, Stuben- und Saalbesen zu unterbreiten und er hat es geschafft, seine Mitarbeiterin aus dem Vorhof zur Hölle zu holen. Sie ist in das Lager Groß Rosen verlegt worden, von wo ihr die Flucht gelang. Otto Weidt hat in der Nähe ein Zimmer angemietet,  in das sie erstmal flüchten konnte.Hier ist der Raum in der Besenbinderei zu sehen, das Fenster war lichtdicht verschlossen, so daß niemandem auffiel, daß dort jemand sein könnteDie Tür zu diesem Raum war hinter einem Schrank abgetarnt. Das Haus Rosenthaler Straße 39 ist noch immer unsaniert, die ehemalige Werkstatt Otto Weidt ist ein Museum, das ich hiermit jedem BerlinBesucher nahelegen möchte. Otto Weidt ist in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ein Baum und ein Gedenkstein als Gerechter unter den Völkern gewidmet. Und genau an einem solchen Tag erfrechen sich eine kleine Anzahl NPD-ler, in

Greifswald mit einem Infostand die Passanten, Rad- und Autofahrer zu belästigen. Innerhalb kürzester Zeit sammelten sich erst 20 dann 40, zum Schluß ca. hundert Leute, um die Nazis auszupfeifen. Das, was die Nazis da aus ihren Lautsprechern ertönen ließen, konnte und wollte in Greifswald niemand hören. Am Nazistand blieb es leer, Greifswalder würdigten diesen Idiotenverein keines Blickes und nach zwei Stunden packten die feinen Herren ihr Geraffel wieder zusammen und verließen den Ort ihres Scheiterns unter lautem Gejohle der Anständigen.

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10 responses

9 04 2013
Frau Momo

Treffsicher geschmacklos am Holocaust Gedenktag mußten die Nazi Bratzen wohl aus ihren Löchern kriechen. Gut, das Ihr sie weggepfiffen habt.

9 04 2013
Wolfgang aus Greifswald

… wobei ich denke, daß DENEN der Yom Ha Shoah weder bekannt, noch bewußt war, bei dem tumben Bockmist, den die auf ihrer Endlosschleifen-CD zu verbreiten versuchten.

9 04 2013
synchronuniversum

Danke fürs Erinnern

11 04 2013
juwi

Auch wenn es viele der Alten nicht mehr hören mögen: Nur solange immer wieder an das Grauen erinnert wird besteht die Chance, dass die ewig Gestrigen die Minderheit bleiben und sich die Geschichte nicht eines Tages wiederholt.

Danke für die kleine Geschichtsstunde aus der Besenbinderei,
juwi

17 04 2013
Gwen

es bringt nix, immer wieder an das Grauen zu erinnern. Wer es nicht wissen möchte, dem ist es nicht zu helfen. Ich wohne die meiste Zeit in GB und dort sind schwarze und Pakistani in jedem Beruf zu treffen. Hast du einen einzigen schwarzen aus Afrika als Arzt hier gesehen? Nie und nimmer! Die deutschen glauben insgeheim immer noch an ihre supertollen Herkunft und als „Arier“. Ein Ausländer ist und bleibt hierzulande ein Mensch 2 Klasse oder gar untermensch. Dazu brauchen wir hier in Allgäu, wo ich auch wohne 4 Monate im Jahr, keine extra Nazi Parteien. Wir sehen sie auch nie. Wozu denn??Die sind wenigstens ehrlich und sagen, was sie denken. Alle andere tun nur so angeblich für die bunte Welt…bla..bla..aber, die schwarzen durfen nur die Strassen säubern und Würstchen verkaufen…bestenfalls. Verlogen

22 04 2013
Wolfgang aus Greifswald

Doch doch liebe Gwen, selbst hier im allgemein als naziverseuchten PommerLand arbeiten Leute aus Ghana oder Nigeria als Ärzte im UniKlinikum. Und ich denke schon, daß es wichtig ist an die Greuel der unseligen Hitlerei immer wieder zu erinnern. Ich bin ein klein bißchen stolz auf unsere Greifswalder, die sich doch vehement dem dumpfen NPD-Getrampel entgegenstellen. Du bräuchtest gar nicht direkt an den Stand der NPD-ler zu gehen, die hatten eine Endlos-Tonbandschleife laufen, wo sie sich in übelster Hetze über die Ausländer aller Couleur ausließen, die ja alle nur Sozialschmarotzer seien und dem braven Deutschen nur Scherereien bereiten. Üble Hetze, bei der auch Du, liebe Gwen, innerhalb kürzester Zeit eine Mittelohrvergiftung erlitten hättest.
Schön, daß Du mal wieder auftauchst und bei mir reinschaust. Liebe Grüße zu Dir nach GreatBritain oder ins Allgäu. Sei und bleib behütet!

15 04 2013
freiedenkerin

Wir dürfen nie, nie, nie vergessen!… Denn die Zeichen stehen schon wieder auf „Sturm“ – wenn ca. 10.000 friedliche Demonstranten von 2.500 mit Maschinengewehren bewaffneten Polizisten/innen geleitet werden, als wäre das ein höchst gefährlicher Gefangenentransport – und andererseits braune Mörderbanden jahrzehntelang vom Staat ungehindert Mitmenschen auf grausamste Weise umbringen können…

17 04 2013
Gwen

also, wenn ich einen Nazi Stand hier gesehen hätte, würde ich ganz sicher hingehen. Ist doch interessant. Komisch, bei uns in Südbayern sehen wir keinen von denen. Aber, ich habe schon die Ehre gehabt, einen Neonazi persönlich zu kennen. In diese Leute hinein zu denken ist echt schwer. Der einer, dem ich kannte, war ein jugendlicher. Ein Fall für sich. Immer sind die Umstände schuld. Idiotenverein? ich weiss es nicht, dazu fehlt mir an wissen.

22 04 2013
Wolfgang aus Greifswald

Was das für ein Idiotenverein ist, kannst Du hier sehen:

Stellt sich die Frage: Darf man sich über das NaziGesocks lustig machen? Antwort: NEIN, man MUSS!

22 04 2013
smultronella

Danke für die Erinnerung.

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