Vor 80 Jahren

1 03 2013

stieg der holländische Maurergeselle Marinus van der Lubbe in das Reichstagsgebäude ein und legte an mehreren Stellen des Hauses Feuer. Angeblich wollte er im Alleingang gegen die forcierte Unterdrückung der Arbeiter durch die gerade ins Amt gehievte Regierung ein Brandzeichen setzen. In der Nacht vom 27 zum 28. Februar stand das Reichstagsgebäude in hellen Flammen. Der Plenarsaal wurde völlig verwüstet Im Vorfeld löste Präsident von Hindenburg auf Druck Hitlers und seiner NSDAP das Parlament auf und ordnete Neuwahlen für den 5. März 1933 an. Wer auch immer van der Lubbe ins Reichstagsbgebäude schickte, der „rein zufällig“ auch noch Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands sein sollte – diese Feuersbrunst war ein gefundenes Fressen für die Nazis, die nun, wie sie in ihrem „Kampfblatt“, dem Völkischen Beobachter ankündigten, rücksichtslos durchgriffen. reichstagsbrandSchon am Tag nach dem großen Feuer brachte das Kabinett eine sog. Notverordnung auf den Weg, die sämtliche Grundrechte der Bürger außer Kraft gesetzt. Hemmungsloser Terror brach sich Bahn, es gab kein Recht mehr auf Unverletzlichkeit der Wohnung, kein Fernmelde- und Briefgeheimnis mehr. Versammlungs- und Pressefreiheit war fortan Geschichte und die politischen Gegner der Regierung Hitler konnten ohne Rechtsbeistand und rechtsstaatliche Kontrolle in „Schutzhaft“ genommen werden. Aber trotz massiver Einschüchterung aller Nichtnazi- Parteien konnte Hitlers NSDAP nur etwas über 43% der Wählerstimmen auf sich vereinen. Am 23. März 1933 hebelte Hitler mit dem sog. Ermächtigungsgesetz jeglichen Einfluß der demokratischen Parteien in der Regierung aus und vereinigte alle Macht im Reich auf seine Person, seine Partei. Das war die eigentliche „Machtergreifung“ Adolf Hitlers. Am 30. Januar 1933 wurde er vom Volk gewählt und vom Reichspräsidenten zum Kanzler ernannt. Nun hatte er sein Ziel, alle Macht im Land auf sich zu konzentrieren, erreicht und er konnte nun ohne Reichstag und ohne Präsident Gesetze nach eigenem Gutdünken erlassen. Niemand konnte ihn mehr aufhalten. Die Hoffnung, den Hitler wieder an die Leine nehmen zu können zerschlug sich sehr schnell. Noch im März 1933 entstanden die ersten Schutzhaftanstalten, die später Konzentrationslager genannt wurden. Alles was nicht NSDAP hieß oder direkt an diese angeschlossen war, wurde verboten, die Gewerkschaften aufgelöst, genau vor 80 Jahren begann das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.

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6 responses

2 03 2013
synchronuniversum

Ich denke das Kapitel begann schon vorher. Hier erfolgte nur noch die Durchsetzung des perfide Vorbereiteten. 👿

5 03 2013
freiedenkerin

Und die Vorzeichen damals waren genau die gleichen wie sie sich heutzutage wiederholen – eine erbärmlich schwache, sich permanent lächerlich machende und unfähige Regierung, ein apathisches, an Politik großenteils desinteressiertes und unzufriedenes Volk… Manchmal scheint mir, es braucht nur noch mehr solch ein inszeniertes Spektakel wie diesen Reichstagsbrand – und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass dieser von den Nazis geplant und ausgeführt worden ist!!! – und uns steht eine Neuauflage des Dritten Reiches bevor…

6 03 2013
Wolfgang aus Greifswald

Zur Zeit sehe ich die Nazis so zerstritten und uneins, daß sie das nicht hinkriegen. Die NPD zerlegt sich gerade selbst und was die neugegründete „Rechte“ so veranstaltet, müssen wir aufmerksam beobachten. Gefährlicher sind hier oben im Land am Meer die „Freien Kameradschaften“ die Vereine und Feuerwehren unterwandern und frech „National befreite Zonen“ ausrufen. Wenn ich an meine Hansestadt denk, da kriegen Braunen keine Stiefelspitze auf den Boden. Die NPD-Kasper versuchten am Fischmarkt ihr Wahlkampfmobil zu plazieren und wurden flugs von einer großen Menge Greifswäldischen Volks ausgebuht. Unter Polizeischutz verließen die Bratzen den Platz und die Stadt. Selbst in Schönwalde II standen die Herren allein im Regen und Niemand hörte ihnen zu. Und am 24. März ist in Hamburg ein großes Begängnis gegen Nazitum, wo meine LeuchtturmWärterin und meinereiner dabei sein werden.
Und was die Desinteressierten in der Bevölkerung angeht: die werden es vielleicht noch nichtmal merken, wenn sich in der Politik was ändert, weil sie sich den ganzen Tag mit SattHeinz und ProstSieben besäuseln lassen und die Welt um sich herum eh nicht mehr wahrnehmen. LGr. aus dem Pommerschen Plattland vom ollen grauen Wolf.

10 03 2013
freiedenkerin

Am 23. März findet hier in München das große Begängnis gegen Rechts statt, und da werde ich ganz sicher mit dabei sein!
Liebe Grüße aus dem leicht regnerischen, aber zum Glück noch schneefreien München!

10 03 2013
Wolfgang aus Greifswald

…und am 24. März findet ein solches in Hamburg statt, da sind meine LeuchtturmWärterin und ich zugegen – auch ganz sicher. Liebe Grüße zu Dir ins BayernLand vom ollen grauen Wolf aus dem PommerLand.

19 03 2013
paleica

ich finde es schwer vorstellbar, dass das alles noch gar nicht so lang her ist, dass das noch menschen erlebt haben, die man selbst kennt… kaum zu glauben, was in dieser zeit alles zugelassen wurde…

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