Ostern im Schnee

28 03 2013

… und inden meisten Gegenden D-Lands wird es eine geschlossene oder relativ kompakte Wolkendecke geben, aus der es – nein, ich will dieses Wort nicht mehr aussprechen und auch nicht mehr schreiben. Vorgestern leuchtete der OsterVollMond so dermaßen hell übers Land, daß ich überhaupt nicht schlafen konnte. So hab ich ihn in der Nacht photographiert und festgestellt, daß er verglichen mit anderen VollMonden auch über erheblich mehr Leuchtfläche verfügt. Ein Phänomen, das es nur zu Ostern so gibt.ostermond

In dem Sinne wünsch ich Euch allen ein gesegnetes Osterfest und: der nächste Vollmond wird wahrscheinlich wieder ganz normal aussehen.





Traum-Insel im SpätWinter

21 03 2013

Nun haben wir, die bigi und meinereiner es doch mal wieder geschafft, auf die Insel Pellworm zu fahren, ursprünglich, um hier bei schönem Frühlingswetter ein wenig mit dem Rad die Insel zu erkunden, die Deichpatroillen zu beobchten und zu photographieren, auf dem Deich SonnenUntergang zu beobachten usw. Der Winter dachte sich aber: „Wenn die nun schon aus dem PommerLand fliehen, dann schick ich denen nochma einen gepflegten Schneesturm hinterher: winter

Nach allen Regeln der Kunst gab es dann auch richtige Schneewehen von 50cm und mehr. Binnendeichs war auch mit schwerem Winterstiefel nur schwer anzustapfen, während butendeichs kaum Schnee lag. Wasser wech

So sind wir eben eine Woche im Spät- bis Sehrspätwinter hier auf Pellworm und auch das hat seine sehr schönen Seiten. Da hat doch meine LeuchtturmWärterin mit ihrem netzfähigen RechenKnecht den hiesigen FriesenHof kontaktiert und die ermöglichten uns einen ausgiebigen Besuch bei der Neuen Pellwormer DeichPatrouille. Wir haben die DeichFürsten, DeichGrafen, DeichVögte schon vermißt, denn auf schneebedeckten Deichen fühlen die sich verständlicherweise nicht wohl. Dafür aber hier: schäfschn

Wir waren bestimmt zwei Stunden bei der DeichWache zu Gast und am Nachmittag (meines GeburtsTages) ritten wir ins Pannkokenhus, zu Ute, Hannes und Jan  ein, um diesen Tag mit einem leckeren Essen ausklingen zu lassen: für bigi ein grandioses Schnitzel mit einer feinen ChampignonSahneSauce und Bratkartoffeln und für mich ebenso grandiose Pasta mit Spinat und Lachs und einer KäseSauce – ja do legts Di nieda! Der Hannes gab am Schluß noch einen „Kurzen“ aus, und wir verließen das Haus „abgefüllt und vollgefressen“ mit dem Versprechen, wiederzukommen, sobald wir wieder auffe Insel unterwex sind. Pannkokenhus

Ein wunderschöner Tag. Ganz lieben Dank Dir, meiner LeuchtturmWärterin,dafür.





Eine gewaltige Luftmassengrenze…

10 03 2013

stand den ganzen Sonntag quer über Deutschland. Eine für die Jahreszeit so seltene Wetterlage, die nur etwa alle 20 Jahre mal mit solch einer Vehemenz hereinbricht. Von NordNordOst schob sich eine markante Kaltfront unter die im Süden Deutschlands liegende Warmluftmasse. Im Ergebnis gab es in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs frühlingshafte 13°C, während 500km weiter nördlich leichter Frost herrschte. Großflächig trieb es die warme Luft nach oben, wo sie abkühlte und sich ein großes, lange Zeit ortsfestes Niederschlagsfeld, das über dem PommerLand von der letzten Nacht bis jetzt(22:00) circa 20cm Schnee abkippte. Das alleine ist an sich kein Drama, solange es windstill bleibt. Hier aber pfoff seit gestern ein straffer NordOst bis Ost, der sich an den Küsten bis zur vollen Sturmstärke entwickelte(9bft). Selbst im Binnenland, auch in Greifswald fegten 8 Windstärken die Schneemassen vor sich her und türmten diese zu veritablen Schneewehen auf. Wer nicht unbedingt das Auto brauchte, ließ es auch besser stehen. SchneeSturm1

Außerhalb Greifswald zeigte dieser Wintereinbruch, wozu er noch fähig war. Dichtes Schneetreiben nahm den Autofahrern komplett die Sicht. Etliche fanden sich im Chausseegraben wieder und auf Teilen der Insel Usedom ging überhaupt nichts mehr. Aber zuryck zum Ryck nach Greifswald: Hier schob der Ostwind doch eine Menge Wasser flußaufwärts. Ungefähr einen Meter über NN, so daß die unterste, eigentlich begehbare Plattform am Stadthafen unter Wasser stand. SchneeSturm2

So schneit es zur Zeit immer noch weiter und weitere Schneefälle sind für die nächsten Tage angekündigt. Es bleibt spannend. Aber langsam sehnen wir uns doch alle nach etwas angenehmeren Temperaturen, oder. Die derzeitigen minus 4° gehören nun wirklich nicht mehr in die Mitte März. Erst zum Ende kommender Woche soll es wohl wieder frostfrei werden. Tore auf für den Frühling. Endlich! Also haltet die kommende eiskalte Woche noch durch – dann nwirds wohl endlich wärmer.





Vor 80 Jahren

1 03 2013

stieg der holländische Maurergeselle Marinus van der Lubbe in das Reichstagsgebäude ein und legte an mehreren Stellen des Hauses Feuer. Angeblich wollte er im Alleingang gegen die forcierte Unterdrückung der Arbeiter durch die gerade ins Amt gehievte Regierung ein Brandzeichen setzen. In der Nacht vom 27 zum 28. Februar stand das Reichstagsgebäude in hellen Flammen. Der Plenarsaal wurde völlig verwüstet Im Vorfeld löste Präsident von Hindenburg auf Druck Hitlers und seiner NSDAP das Parlament auf und ordnete Neuwahlen für den 5. März 1933 an. Wer auch immer van der Lubbe ins Reichstagsbgebäude schickte, der „rein zufällig“ auch noch Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands sein sollte – diese Feuersbrunst war ein gefundenes Fressen für die Nazis, die nun, wie sie in ihrem „Kampfblatt“, dem Völkischen Beobachter ankündigten, rücksichtslos durchgriffen. reichstagsbrandSchon am Tag nach dem großen Feuer brachte das Kabinett eine sog. Notverordnung auf den Weg, die sämtliche Grundrechte der Bürger außer Kraft gesetzt. Hemmungsloser Terror brach sich Bahn, es gab kein Recht mehr auf Unverletzlichkeit der Wohnung, kein Fernmelde- und Briefgeheimnis mehr. Versammlungs- und Pressefreiheit war fortan Geschichte und die politischen Gegner der Regierung Hitler konnten ohne Rechtsbeistand und rechtsstaatliche Kontrolle in „Schutzhaft“ genommen werden. Aber trotz massiver Einschüchterung aller Nichtnazi- Parteien konnte Hitlers NSDAP nur etwas über 43% der Wählerstimmen auf sich vereinen. Am 23. März 1933 hebelte Hitler mit dem sog. Ermächtigungsgesetz jeglichen Einfluß der demokratischen Parteien in der Regierung aus und vereinigte alle Macht im Reich auf seine Person, seine Partei. Das war die eigentliche „Machtergreifung“ Adolf Hitlers. Am 30. Januar 1933 wurde er vom Volk gewählt und vom Reichspräsidenten zum Kanzler ernannt. Nun hatte er sein Ziel, alle Macht im Land auf sich zu konzentrieren, erreicht und er konnte nun ohne Reichstag und ohne Präsident Gesetze nach eigenem Gutdünken erlassen. Niemand konnte ihn mehr aufhalten. Die Hoffnung, den Hitler wieder an die Leine nehmen zu können zerschlug sich sehr schnell. Noch im März 1933 entstanden die ersten Schutzhaftanstalten, die später Konzentrationslager genannt wurden. Alles was nicht NSDAP hieß oder direkt an diese angeschlossen war, wurde verboten, die Gewerkschaften aufgelöst, genau vor 80 Jahren begann das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.