Nur eine Zahl?

27 01 2013

6 Millionen Juden aus allen Ländern Europas kostete die von NaziDeutschland angestrebte sogenannte „Endlösung“ das Leben. 1,1Millionen davon wurden in Auschwitz ermordet. Mord im Schichtbetrieb, als technologischer Prozeß, mit Logistik und Dienstplan. Eine Tötungsfabrik mit direkter Bahnanbindung, wo die Deutsche Reichsbahn verharmlosend den Begriff „Reisende“ gebrauchte zur Bezeichnung der armen, in Viehwaggons zusammengepferchten Menschen, mit denen die Bahn noch ein großes Geschäft machte. Heute stehen vor allen öffentlichen Gebäuden, Polizeidienststellen, Rathäusern, Kasernen die Fahnen auf Halbmast, den Opfern der Shoah zum Gedenken, an dem Tag, der vor 68 Jahren den Überlebenden von Auschwitz die Befreiung brachte. 2701

Und es gab in der unseligen Zeit, in den tausend Jahren von 1933 bis 1945 auch die Menschen in Deutschland, die sich der grausamen NaziHerrschaft verweigerten, die sich mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für ihre Nachbarn, Freunde und Mitarbeiter einsetzten, was in dieser dunklen Zeit sogar  in der Hauptstadt dieses dunklen Reiches möglich war. Einer dieser Leute war der Berliner Besen- und Bürstenfabrikant Otto Weidt, in dessen Blinden-Werkstatt in der Rosenthaler Straße 39 jüdische Mitarbeiter Arbeit und Zuflucht fanden(Arbeitsbuch v. Alice Licht). Einige von ihnen haben das NaziReich überlebt dank der Zivilcourage dieses Mannes und seiner Frau, die zu ihren Mitarbeiterinnen gehalten haben, selbst als schon alles verloren schien. Zwei von den vielen, die dank seiner Fürsorge den Schergen des NaziStaates entkommen konnten sind Inge Deutschkron und Alice Licht. In der Werkstatt gab es einen getarnten, fensterlosen Raum, in den die jüdischen Mitarbeiterinnen flüchten konnten, wenn Kontrollen der Gestapo kamen. Selbst als durch Verrat alles aufflog, seine Leute nach Terezín deportiert wurden, ließ er sie nicht im Stich. Die Familie Weidt hat ÜberlebensPakete nach Terezín (Theresienstadt) geschickt, hat den Kontakt aufrechterhalten selbst bis an die Tore zur Hölle: Alice Licht ist nach Auschwitz verschleppt worden. Otto Weidt hatte den Schneid, mit den Erzeugnissen seiner Firma nach Auschwitz(oben mitte+rechts) zu reisen, den dortigen Chefs Offerten für Bürsten, Stuben- und Saalbesen zu unterbreiten und er hat es geschafft, seine Mitarbeiterin aus dem Vorhof zur Hölle zu holen. Sie ist in das Lager Groß Rosen verlegt worden, von wo ihr die Flucht gelang. Otto Weidt hat in der Nähe ein Zimmer angemietet,  in das sie erstmal flüchten konnte

Hier ist der Raum in der Besenbinderei zu sehen, das Fenster war lichtdicht verschlossen, so daß niemandem auffiel, daß dort jemand sein könnte. Die Tür zu diesem Raum war hinter einem Schrank abgetarnt. Das Haus Rosenthaler Straße 39 in der Nähe der Hackeschen Höfe, die ehemalige Werkstatt Otto Weidt ist heute ein Museum, das ich hiermit jedem BerlinBesucher nahelegen möchte. Otto Weidt ist in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem ein Baum und ein Gedenkstein als „Gerechter unter den Völkern“ gewidmet. Im Deutschen TaschenbuchVerlag liegt ein Buch vor, in dem Inge Deutschkron über ihr Leben und Überleben im Berlin der 1930er und -40er Jahre erzählt, unter anderem auch über ihre Zeit in der Besenbinderwerkstatt Otto Weidt.





Wenn Kieler Sprotten, die…

25 01 2013

… im PommerLand studieren, hier arbeiten und wohnen und abends im NDR-Fernsehen sehen wollen, was in ihrer Heimat in HedwigHolzbein so los ist, bekommen sie  seit gestern abend dieses Bild zu sehen.

So nicht nur mit dem NDR- Fernsehen und seinen Regionalprogrammen, sondern auch alle anderen Landesprogramme sind eingeschränkt worden, vom Bayerischen Rundfunk, vom SWR, vom RBB und und und. Gipfel der Frechheit ist die Verringerung der Bandbreite bei arteHD. Was auch immer dieser Kabelnetzbetreiber damit bezweckt – er erreicht damit, daß er einen langjährigen Kunden verliert, der sich heute schonmal bei der Konkurrenz aus dem rechtsrheinischen Bundesdorf erkundigt hat. Vorsorglich hat genau dieser Kunde sich schonmal eine Emaille-Adresse bei den Bonnern gesichert, und damit hat er auch alles, was irgendwie mit Telekommunikations- und Datenübertragunxtechnik zu tun hat demnächst in Schweinchenrosa.

 

 





BergWinter…

15 01 2013

ist doch immer ein anderer Schnack als das eventuell halbherzige Gefussel in weiß hier oben an der See. Und so bin ich auch in diesem Januar wieder für eine Woche in die BergWinterWelt abgetaucht, um wieder ein paar gepflegte HöhenMeter zu absolvieren und um wunderschöne Bilder mitzubringen, auch für Euch: Also erstmal auffi zur WettersteinHütte. Unten ein phantastischer Blick auf die umgebenden Berggipfel, die Hohe Munde, die Ahrnplattenspitze, die Reither Spitze und wie sie alle heißen. Der Aufstieg ist ordentlich anstrengend für mich Flachlandtiroler, der wo das ganze Jahr kaum trainiert*schnauff!* aber oben ist es dann doch sooo schöööön. Und ich muß ja nicht wie der Bergrettungsdienst in 20min 500Hm schaffen, ich kann mir ja doch viel mehr Zeit lassen. wetterstein1

Ursprünglich war ja die Wang-Alm das Ziel. Der Weg da hoch war leider gesperrt wegen Lawinengefahr und das sollte man dann doch respektieren. Diese Spuren im Schnee sind eine kleine Lawine, die in Richtung Wanderweg lief. Das Gros dieser Lawine steht aber noch an und der Weg wird erst wieder freigegeben, wenn diese dann abgegangen und der Weg wieder geräumt ist. Am Tag meiner Anreise in der Leutasch, am Sonntag, dem 6. Januar mußte ein Skitourengeher solch eine Sperrung ignorieren. Der wurde zwei Tage später von der Bergwacht abgeborgen und trägt jetzt einen HolzPyjama.

Wir ziehen es dann doch vor, den Berg auf eigenen Füßen wieder zu verlassen und beim Abstieg schenkte uns der Große Meister dann diese Bilder: alpenglühen

Es ist doch einfach nur unfaßbar schön, dieses Licht am abendlichen Berg: die oberen Bilder sind die Felsen der Gehrenspitze und die drei unteren sind ein Blick durch das Gaistal auf die Hohe Munde(re), den Karkopf(mitte) und die Hochwand(li) – und schon hat mich der Alltag wieder: gestern schonmal wieder rappelvollen Dienst beim besten Dienstherrn der Welt.





Und plötzlich weißt du,…

2 01 2013

…es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen. So sagte es einst der alte Meister Eckhart. Und das Neue, das ich in diesem neuen Jahr beginnen möchte, ist mehr Bewegung draußen im Freien, zu Fuß oder auf dem Radl.   Heute war der Anfang ein Gang ins sogenannte Drachenreich Lancken, direkt am Strand lang mit Blick über die Dänische Wiek auf die schönste Hansestadt am Ryck, in der obersten Bildzeile links die drei Türme von St.Marien und St.Nikolai unmittelbar hintereinander und der kleine St.Jacobi rechts daneben …DrachenReich1…und bei kippendem Licht sehen die vom Wind gezausten Kiefern recht gespenstisch aus. Mit ein bißchen Phantasie sehe ich die schlafenden vielköpfigen Drachen mit ihrer schuppigen Drachenhaut. DrachenReich2