Regentag am Großen Kranzberg

29 09 2012

…aber es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Also regenfeste Jacke, Hose und Stiefel an und auffi gehts, von Mittenwald einen Aufstieg an Wasserfällen vorbei über den Berggasthof St.Anton auf den Großen Kranzberg, der gar nicht so groß ist, aber einen wunderbaren Ausblick über die umliegenden Berge des Wettersteingebirges bietet, wenn sie nicht gerade hinter Nebel und Wolken verschwunden sind. Auf dem Berg steht eine Schutzhütte, die mit Stahlseilen an schweren BetonFundamenten verzurrt ist damit sie bei den hier oft herrschenden Stürmen nicht wegfliegt.

Auch bei regnerischer Witterung haben die Berge ihren Reiz, es sind wenig Leute unterwegs und die klare frühherbstliche Luft ist einfach phantastisch. Runter über Lautersee und Ferchensee zurück nach Mittenwald. Hier im Bild ein sog. Stadl, eine Hütte, in der die Bauern ihr Heu lagerten. Dieser Stadl hat es nun hinter sich, da die Bauern ihr Heu nun auch in größeren Hallen einlagern. Solche Stadl stehen überall auf den Almwiesen, werden teilweise auch noch genutzt. Sie sind recht massiv gebaut, da sie im Winter gewaltige SchneeLasten tragen müssen. Solch eine mächtige Schneedecke hat diesem hier wohl auch das Rückgrat gebrochen.





Ein Besuch bei König Ludwig II. von Bayern…

28 09 2012

… auf dem Schachen, einem grünen Hügel auf  1870m ü. NN. Ein Aufstieg in zwei Etappen: von Elmau, 1000 m.ü.NN zur Wetterstein-Alm, von dort einen sanften Anstieg über Buckelwiesen und einen steilen Serpentinenaufstieg bis zum Schachentor am Fuße des Schachentorkopfes, von wo es einen phantastischen Ausblick sowohl in Richtung Wettersteinalm(o.re.) als auch zum SchachenHaus, dem Jagdhaus König Ludwigs des Zweiten von Bayern(u.li.)und bis zur Alpspitze und zum Hochblassen, beide um die 2700m hoch. Am Wanderweg stehen überall stachlige Disteln mit solch wunderschönen StrohBlumen. Das Haus des alten BayernKönigs sieht vom Weiten recht bescheiden aus, aber aus der Nähe betrachtet ist es ein echtes Schmuckkästchen. Im Obergeschoß befindet sich ein prächtiger Saal im maurischen Stil. Hierhin zog sich Ludwig der Zweite zurück und lebte seine Phantasien aus, Scheich, Emir, Sultan oder Kalif zu sein, ein Herrscher des Orients wie aus Tausendundeiner Nacht. Das WettersteinGebirge ist zwar ständigen Veränderungen unterworfen, überall werden Gesteinsmassen durch Wind und Wetter abgesprengt, rumpeln Schnee- und Steinlawinen zu Tal, aber charakteristische Berglinien haben sich in über 100 Jahren kaum verändert. Zwischen diesen beiden Bildern liegen 112Jahre.

Am Schachen gibt es sehr viele und schmackhafte Preiselbeeren – und dann einen langen Abstieg wieder runter nach Elmau.

 





Der Berg groovt

24 09 2012

erstmal nur ein kleiner Berg mit einem veritablen Steilanstieg, den man erstmal raufschnaufn muß. Das heißt eigentlich ZWEI Berge, der MittagsKopf und der ZäunleKopf. Der erste auf ca. 1600m und der Zweite auf ca. 1750m ü. NN und von oben ein feiner Ausblick auf das umliegende Bergland, die PleisenSpitze(re) und die Brunnsteinspitze(li), die beide um die 2100m hoch sind. Das Weiße da sind  wirklich SchneeReste vom Wettersturz am 12. Septembärdann ein entspannter Abstieg über sie Brunnsteinalm auf ca. 1500m, wo Fritz, der HüttenWirt die Leute mit feinem MarillenSchnaps abfüllte. Trinken für alle. Wer da hingeht ist auf jeden Fall zu Fuß da und muß da auch zu Fuß wieder runter. Viele schwanken ganz ordentlich, wenn sie den Abstieg zum auf 1000m liegenden Ausgangspunkt der Wanderung antreten. Nach 2Stunden Gehzeit ist aber der größte Teil des Fasels – ääh Fusels wieder rausdiffundiert.hicks. Fritz hält oben auf der Alm ein paar Schweine und Kühe, die in geradezu paradiesischen Bedingungen leben, wird im Spätherbst seine Hütte schließen und im Winter in der Stadt arbeiten, bis er im nächsten Sommer wieder zum Hüttenwirt wird.





10Tage ohne…

23 09 2012

…Nachrichten aus Fernsehen und Radio

…Fleisch, Wurst und tierische Fette,

…Wecker

…Internet….

Stattdessen viele Kilometer und viele Höhenmeter am Berg, in „meinen“ Leutascher AlpenBergen. Es gab auch in diesem Jahr wieder einen WetterSturz im Septembär, der allerdings weniger heftig als im letzten Jahr ausfiel und die Schneefälle bis ca 1600m herabreichten. Von der Zugspitze(großes Bild) über das Wetterstein-Massiv(oben links) bis zur Wang-Alm und Wetterstein-Hütte (oben mitte) war kurzzeitig alles weiß. Aber das Wetter war in den zehn Tagen ausgesprochen gut: ideales Wanderwetter bei Temps um die 15 bis 20°, viel Sonne und ab und zu etwas Bewölkung. Am vergangenen Freitag waren hinter der Rauth-Hütte an der Hohen Munde AlphornKlänge zu hören. Der Mann übte schonmal für das Musikalische Frühstück am Sonnabend. Sein Alphorn ist ein transportables, aus vier Segmenten zusammengesetztes Instrument.

Und damit wünsch ich Euch einen guten Start in die neue Woche, in der auch ich wieder an meine Werkbank muß – äähh darf.





Letzter SommerTag 2012….

11 09 2012

….und den haben meine LeuchtturmWärterin und meinereiner sommerlich verbracht: eine kleine FahrradTour an der Usedomer Küste lang, wo immer noch eine Menge Urlauber zu Fuß, mit Radl oder Hunterl unterwegs sind. Aber langsam nimmt deren Zahl ab und die Insel gehört wieder denen, die auf ihr oder in deren Umland wohnen.

Auf dem Weg zur Insel reißt die Kleinstadt Wolgast ganz schön die Klappe auf, die größte Klappe Europas nämlich: die Neue PeeneBrücke, deren Klappe beim Brückenzug fast senkrecht steht und 42m in den pommerschen Himmel ragt. Sie ersetzt den Vorgängerbau von 1934, der 1945 von der zurückweichenden Deutschen Wehrmacht gesprengt , in den 50er Jahren wiedererrichtet wurde und bis 1996 in Dienst blieb. DAs Wasser der Ostsee hatte bei Zinnowitz noch ca. 18°, also nochmal rein – das vermutlich letzte Bad in der Ostsee in diesem Sommer. Sehr viel Spaß im Wasser hatten auch die vierbeinigen Herrschaften, die ihr Mütchen kühlen mußten. Die Sonne ging und schwereres Gewölk trabte aus NW langsam an – es fiel aber noch kein Regen, so daß wir noch Zeit hatten, die FlugTiere zu observieren und abzulichten… Das Wetter hielt sich wirklich bis zum Dunkelwerden, der alte Turm auf der Oie zeigte uns den linksdrehenden LichtFinger und wir blieben so lange am Strand sitzen, bis wir erstens ganz alleine da unten waren und bis zweitens die ersten dicken Tropfen aus dem fast schwarzen Himmel fielen, um das Ende des Sommers zu begießen.

Und so verabschiede ich mich für 10Tage – in die alpinen Berge in der Leutasch, von wo ich s.G.w. am 23/9 wieder hier auftauche… Paßt gut auf Euch auf, seid und bleibt behütet!





Rauhe Zeiten

9 09 2012

… für die vorpommersche Schiffbauindustrie. Die Volkswerft in Stralsund und die Peene-Werft in Wolgast steuern gerade durch stürmische See mit vielen Untiefen. Ein neuer Geschäftsführer legte innerhalb weniger Tage den tatsächlichen Zustand des WerftenVerbundes offen und meldete die Insolvenz auf dem Stralsunder Amtsgericht an. Es sind gut 2000 Schiffbauer an beiden Standorten direkt betroffen – dazu kommen nocheinmal mindestens 2-3tausend Leute, die indirekt betroffen sind, wenn auf den Werften das Licht ausgeht. Und es werden Gerüchte gehandelt, nach denen sich schon Interessenten gefunden hätten.  Da wird eine Meldung in der nächsten Minute schon von einer weiteren überholt und von dieser ad absurdum geführt. Dann sind die Scheichs von Abu Dhabi involviert und dann wieder nicht. Sicher ist, daß die Auftraggeber zweier großer Fährschiffe an Schiffahrt gar kein Interesse haben. Dabei handelt es sich um u.s.-amerikanische FinanzInvestoren(die gerechterweise auch gern „Heuschrecken“ genannt werden) die auf ihren Einkaufstouren durch die ganze Welt mal eben ein Schiffahrtsunternehmen gekauft haben – mit dem Ziel möglichst viel Gewinn herauszupressen. Mein DienstHerr berichtete in aller Ausführlichkeit zu diesem Thema. So hatte ich auch mal längere Zeit eben keine Zeit für längere Spaziergänge durch die Blogosphäre – und auch oft nicht die Kraft dazu.

Aber nun hab ich wieder etwas Zeit, die wir, meine LeuchtturmWärterin und meinereiner genutzt haben, um den vielleicht letzten SommerTag am und im Wasser zu verbringen: in Ahrenshoop, am westlichen Ende des Nationalparks Pommersche Boddenlandschaft. 23°  in der Luft und schon frische 17° im Wasser – für mich ist das schon der unterste Rand der badetauglichen Temperaturen. Es war ganz ruhig und wundersonnig am oft sturmdurchlüfteten Darßer Weststrand. Ahrenshoop ist bekannt durch seine KünstlerKolonie und weist einige architektonische Schmeckerchen auf wie zum Beispiel dieses Haus:

Und es gibt eine sehr interessante kleine Kirche im Ort, die SchifferKirche, die in einer Zeit errichtet wurde, in der man einfach keine Kirchen baute. Sie ist ein wirkliches Kleinod und von so schlichter zeitloser Schönheit:

Liebe, Hoffnung, Frieden und Glauben – so die Namen der im Kirchenraum hängenden VotivSchiffe, die ein Ahrenshooper Fahrensmann erbaut und der Kirche gestiftet hat, zur Ehre aller Seeleute, zur Ehre aller auf See Gebliebenen und zu Ehre des Großen Meisters, der den Himmel und die See erschaffen hat.