AltEisen vs. NeuBeton

3 06 2012

1927 begann der Bau des 1934 in Dienst gestellten Schiffshebewerkes in Niederfinow. Es ist nicht nur ein beeindruckendes technisches Denkmal, sondern es zeigt auch, wie ästhetisch und filigran eine solche Menge schweren Eisens sein kann.

Ein technisches Wunderwerk, das über die Jahre weitestgehend störungsfrei funktionierte und eine geniale technische Idee verkörpert. Egal, ob nun ein Sportboot im Trog liegt oder ein schotterbeladener Schubschiffsverband – der Trog wiegt IMMER 4290Tonnen und Betonquader bilden das über Umlenkrollen angehängte Gegengewicht . Das System wir von vier Elektromotoren in Bewegung gesetzt, die jeweils nur ca 75 PS haben, die auch nur deshalb nötig sind, die Haftreibung und die doch erhebliche Massenträgheit zu überwinden. Hier unten ist so ein Hubvorgang mal zu sehen: Es liegen 6 Fahrzeuge als sich das Verschlußtor senkt und den Trog wasserdicht verschließt. Ein leises Surren in den grünen Maschinenhäusern (untere Collage Bild rechts oben) hebt den Trog langsam an und auffi gehts! Nach wenigen Sekunden gibt die RiesenBadeWanne den Blick auf die Betonsohle des Hebewerkes frei und – TROCKEN! Kein Wasser da unten drin. Jetzt bekommt das Alte Eisen Konkurrenz: Unmittelbar neben dem alten Hebewerk entsteht derzeit ein neues. Es ist notwendig geworden, weil die Schubschiffsverbände mittlerweile so groß geworden sind, daß sie nur noch geteilt transportiert werden konnten. Auch haben sie nun mehr Tiefgang, so daß sie nicht vollbeladen fahren mußten. Das neue Schiffshebewerk bekommt nun einen doppelt so schweren Trog, etwas länger, etwas breiter und viel tiefer. Das geniale Prinzip bleibt aber. Noch ragen nur die ersten Betonteile aus der Baugrube, aber das neue Schiffshebewerk soll 2014 fertiggestellt werden.Und hier könnt Ihr mal gucken. Ich finde auch das neue Hebewerk ist ein sehr schönes Bauwerk.

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7 responses

3 06 2012
Himmelhoch

Vor solchen Wunderwerken der Technik stehe ich auch immer still und stumm – dieses hier habe ich schon mehrfach besucht, denn sooooooo weit weg von Berlin ist es ja nicht. – Hat Sohn auch staunend gucken dürfen oder warst du allein dort? – Ich hätte gedacht, das neue Teil ist schon fertig, denn die haben schon gebaut, als ich letztes Mal dort war – und das ist schon einige Zeit her.
Liebe Grüße für dich, für euch und überhaupt von
Clara

3 06 2012
Wolfgang aus Greifswald

Leider war ich allein da, ich wäre soooo gerne mal mit meinem Kerlchen dort. würde dann auch mit dem Fahrgastschiff „Frhr v. Münchhausen“ eine Fahrt durch das Schiffshebewerk mitmachen.
Ich bin gespannt, wielange das neue Hebewerk mitmacht bis die erste große Malaise im Detail das Ganze für Wochen stoppt. Im Zeitalter der Computerei und der modernsten Rechentechnik traue ich den Herren Technici diese Präzision nicht mehr wirklich zu, die das alte Werk solange brav hat arbeiten lassen. Der alte Rügendamm ist zum beispiel auf der Eisenbahnseite in den 90er JAhren komplett erneuert worden – mit dem Ergebnis, daß die Hydraulikantriebe noch nie richtig störungsfrei waren und nach ca. 10 Betriebsjahren die Waagebalken der Brücke ausgetauscht werden mußten, weil sie so dermaßen verzogen waren, daß die Brücke sich nicht mehr öffnen und schließen ließ, was dann auch die Schiffahrt extrem behinderte. Die Firma, die das gebaut hatte ist längst pleite. Zu Recht! Die straßenseitige Brücke hat immer noch den alten Zahnradantrieb und – ja richtig – geht immernoch Tag für Tag störungsfrei seit Indienststellung 1936.
Liebe Grüße zu Dir in die HauptStadt vom Wolf aus der schönsten Hansestadt am Ryck.

3 06 2012
Himmelhoch

Du sagst es, was ich auch empfinde – heutzutage gibt es nicht mehr diese „Wertarbeit“ , wie wir sie gewöhnt waren, die lange gehalten hat.
Ich musste so lachen bei „Zahnrad“antrieb. Mein Auto ist gerade deswegen in der Werkstatt – mit Wasserpumpenaustausch – und wird richtig Geld kosten. „Experten“ streiten sich, ob ich es nach 7 Jahren Autoalter hätte machen lassen sollen oder nicht – Renault empfiehlt, es aller 5 Jahre zu machen – aber die wollen ja auch nicht pleite gehen.
Hauptstadtgrüße an Ryck-Stadt-Bewohner

3 06 2012
Träumerle Kerstin

Das hab ich schon besucht! Ist allerdings laaange her. Wenn das neue fertig ist wäre es mal an der Zeit zu schauen. Tolle Aufnahmen in der ersten Collage!
Liebe Grüße in den Sonntag, der nun fast um ist, von Kerstin.

3 06 2012
synchronuniversum

Die erste Collage ist mein Fav!
Tolle Bilder!!!
Tschülp
dein Spatz

4 06 2012
Gedankengischt

Auch ich durfte schon als Kind an der Seite meines Vaters diese gewaltige Technik bestaunen. Genau wie dich faszinierte mich damals die Feinheit der Verarbeitung und die Wirkung der Eisenkonstruktion. Und wie leise das war. Schöne Collagen und der Vorgang ist toll beschrieben. Leider kann die Kamera die Wirkung der riesigen Anlage nicht wirklich einfangen. Da muss man schon real daneben stehen. Ich bin schon neugierig auf die neue Konstruktion. Ob die auch so lange störungsfrei arbeiten wird? Einen guten Start in die Woche dir!

4 06 2012
freiedenkerin

Das ist schon ein beeindruckendes Wunderwerk der Technik! Es gibt etliche Maschinen aus den Anfängen des Industriezeitalters, die ohne komplizierte Elektronik nach wie vor zuverlässigst funktionieren, Tag für Tag, Jahr um Jahr. Das alte Solehebewerk in der Saline Bad Reichenhall zählt ja auch zu diesen immer noch überaus aktiven technischen „Fossilen“…
Liebe Grüße!

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