Ein Treppenhausfenster

25 09 2011

aus der Haftanstalt Berlin- Plötzensee war das Geschenk des Erzbistums Berlin an den Papst Benedikt XVI. , dessen Besuch in der Hauptstadt am vergangenen Donnerstag die halbe Stadt lahmlegte. Ein GefängnisFenster – ein Symbol für die Enge und Eingesperrtheit im innersten Zirkel der Kurie? Ein Symbol für die versteinerte Rückwärtsgewandtheit gerade dieses Josph Ratzinger? „Wenn Kirche nicht dient, dient sie zu nichts“ , ein Spruch im Flur des PfarrHauses einer befreundeten Pastorin. Die VatikanStadt dreht sich anscheinend nur um sich selbt, hält sich für den Mittelpunkt der Scheibe, die „Erde“ heißt und alle KurienKardinäle und der Ratzinger-Sepp wollen nicht wahrhaben, daß es in absehbarer Zeit existentiell für den Katholizismus in Europa sein wird, in puncto Zölibat und Frauen im PriesterAmt umzusteuern. So ist der Besuch des Papstes in D-Land auch erwartungsgemäß verlaufen – Benedikt hat kein Zeichen gesetzt, die katholische Kirche bleibt auf alten Standpunkten stehen und verschließt nach wie vor die Augen vor den anstehenden Veränderungen. Es werden also weiter tausende Menschen der Kirche den Rücken kehren, die nicht mehr ihre Kirche ist. Der Alleinherrschaftsanspruch und die Ausstrahlung des Dogmatikers aus Marktl in Bayern verhindert Ökumene, spaltet seine eigene Kirche und ignoriert die Interessen derer, die dieser Kirche (noch) angehören. „Die Kirche muß auf Distanz zur Gesellschaft gehen“ sagte der Papst, als er am Abend in sein Flugzeug stieg und den Deutschen Boden wieder verließ. Also alles bleibt beim Alten, die Erde ist nach wie vor eine Scheibe und die katholische Kirche bleibt gefangen in der Unbeweglichkeit der KurienKardinäle, allen voran Joseph Ratzinger, der nun in Besitz eines Symbols dieser Gefangenschaft ist: dem Gefängnistreppenhausfenster aus Plötzensee ist.  Das Fenster ist 1871 eingebaut worden, bei der Renovierung des Hauses 2010 fand es den Weg zu der Berliner Künstlerin Diana Obinja, die auf den Glasscheiben das „Plötzenseer Diptychon“ kreierte, eine postume Ehrung der durch das NS- Regime in Plötzensee Ermordeten, die auf ihrem letzten Weg an diesem Fenster vorbeigingen.

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3 responses

26 09 2011
Li Ssi

wer erwartet WIRKLICH bewegung in holzköpfen? der holzkopf würde splittern und wäre kein holzkopf mehr… gesichtsverlust… davor fürchten sich doch alle dogmatiker. gesichtsverlust heißt machtverlust und wer diese einmal in den händen hält, der gibt sie nimmi her, nur über seine leich, gell…?!

26 09 2011
Susi

Respekt, da war der Papst in Deutschland und sagte: „Eine vom Weltlichen entlastete Kirche vermag gerade auch im sozial karitativen Bereich den Menschen, den Leidenden wie ihren Helfern, die besondere Lebenskraft des christlichen Glaubens vermitteln.“ Wie recht er hat. Staat und Kirche gehören generell getrennt.

26 09 2011
Wolfgang aus Greifswald

Liebe Susi, die Kirche ist Teil dieser Welt, wenn sich der der Ratzinger-Sepp auch ziemlich weltfremd gebärdet. Er kann ja auch aus seiner Haut nicht raus. Das Collegium der Kurienkardinäle in der VatikanStadt und allen voran der Papst Benedikt – sie sind bestimmt nicht das Beispiel für die Lebenskraft des christlichen Glaubens. Das LEBEN – auch das christliche wird von den Pfarrern an der Basis gestaltet, die sich erfrechen, die Eucharistie auch mit Protestanten zu feiern, wissend, daß es nur EINEN Gott gibt. Der würde die kleinliche Spalterei zwischen ChristInnen beider Konfessionen nur milde belächeln, wenn sie nicht so bitterernst betrieben würde, daß sich die Anhänger der einen wie auch der anderen Fraktion gegenseitig die Zeichnung aus dem Fell prügeln. Vielleicht ist GOTT ja auch GÖTTIN. Wer weiß es genau? Staat und Kirche sind bisher ganz gut getrennt gewesen – und der AlterMann der Katholiken hat ja in der Funktion des StaatsChefs des Vatikans im ReichsTag gepre- äääh geredet*grins*

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