Vor dreißig Jahren

24 07 2011

hat die ganze Welt gebannt nach Amerika geschaut, als der erste SpaceShuttle mit lautem Getöse in den erdnahen Orbit geschossen wurde. Das erste Mal, daß ein wiederverwendbares Raumschiff in Dienst gestellt wurde, das wie eine Rakete startet und wie ein Flugzeug landet. Atemlos beobachteten wir die Wiederkunft des RaumGleiters, hoffend, daß alles gut ging. Und es ging gut. Alle Astronauten an Bord kamen unversehrt wieder zu Erde zurück. Die „Columbia“ war die erste der RaumFähren. Nach und nach starteten immer öfter diese großartigen Raumschiffe und landeten auch wieder sicher auf der Erde. Den Fachleuten war durchaus bewußt, daß der Start einer solchen Maschine immer auch ein Ritt auf einer Bombe war. Die große Feststoffrakete war es dann auch, die 1986 mit der „Challenger“ sieben Astronauten in den Tod riß. Diesen bis dahin größten Unfall in der Geschichte der bemannten Raumschiffahrt hab ich damals  live am Radio mitgehört – in einem NVA-Führungsbunker während einer Übung – und ich werde die knappe Minute Stille im Radio nie vergessen und die zögernden Worte des Reporters, der dann in gebrochenen Sätzen von der wohl größten Katastrophe der Raumfahrt sprach, wo er zuvor noch davon ausging, daß die beiden Seitenraketen abgestoßen wurden. Verunsicherung in einer Zeit allenthalben blinder Technikgläubigkeit. Doch Menschen vergessen schnell und – business as usual- ging es baldweiter mit den Starts der RaumFähren, die ISS entstand und ein reger FlugVerkehr dorthin war die Folge, nach und nach wuchs die Raumstation zu einer Größe heran, die mit bloßem Auge als schell ziehender heller Punkt am NachtHimmel zu sehen ist. 2003 dann das zweite große Unglück mit dem ältesten der Schiffe, der „Columbia“, die durch beim Start beschädigte Hitzschutzkacheln auf dem Rückweg zur Erde in der Atmosphäre verglühte – und mit ihr die 7mann starke Besatzung. Das war dann auch das Signal, diese Art der Raumschiffahrt langsam zu beenden. Jeder dieser Flüge kostet auch unvorstellbare 1,5 Milliarden Dollar, Geld, das wie ich finde viel besser zur Lösung von Problemen hier auf Erden eingesetzt werden sollte. Amerika ließ sich nun bis jetzt Zeit, gab es doch noch drei einsatzbereite RaumFähren. Mit der Landung der „Atlantis“ in der letzten Woche ist nun endlich auch die letzte der mittlerweile recht alten Damen außer Dienst gestellt worden. Sie waren ohne Zweifel eine ingenieurtechnische Meisterleistung, sie waren trotz der beiden schweren Unfälle recht zuverlässig und haben gute Dienste geleistet, obwohl ihr Betrieb dann doch – wie üblich- erheblich teurer wurde als ursprünglich geplant. US-Amerika steht kurz vor der Pleite und ist wenn nicht schon geschehen , auf dem Wege die WeltmachtStellung einzubüßen. Nun werden Inder und Chinesen neben Rußland zu RaumfahrtNationen. Ob die Amerikaner es jemals wieder schaffen ist fraglich. Das Getöne aus Washington zur MarsMission und MondLandungen – wir werden es gewahr, ob da was dran ist. Ich finde, es gibt hienieden auf Erden genug Probleme, die der Lösung harren und ließe man die irre teuren WeltraumProjekte bleiben, wäre genug Geld da um die Wasser- Energie- und Nahrungsmittelversorgung aller hier auf Erden wohnenden Menschen zu gewährleisten. Und der gute alte Mond sieht doch von hier unten am schönsten aus.

MondPhoto: (c) http://www.wetteronline.de

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4 responses

25 07 2011
Li Ssi

Das denke ich auch immer wieder, dass es hier auf Erden doch wahrlich genug Probleme gibt, wieso dann nach den Sternen greifen? Was hat es uns denn, außer schönen Fotos, WIRKLICH gebracht? Aber eben… ist doch ne prima Ablenkung von dem, was brennt…

liebe Grüße Li Ssi

25 07 2011
bigi

Apropos schöne Fotos – das glaub ich ja nicht! Stellst du deine Kerze wiedermal untern Eimer oder was? Du hast so großartige Mondbilder und nimmst die holländischen van anderen? TsTsTs
Kuss

25 07 2011
Wolfgang aus Greifswald

hab meine MondBilder schon hochgeladen und gedacht : och nööö das wetteronline – bild is dann doch schöner weil schäääfäää. ganzliebdrücks+kuß

26 07 2011
Claudia Sperlich

Ich bin froh, daß man von der Erde aus den dämlichen Wimpel nicht sieht, der da seit dreißig Jahren flatterlos verharrt. Auch kommt es mir immer wie Diebstahl an der Erde vor, wenn Materie ins All geschossen wird.

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