3600

12 12 2010

Menschen auf der Straße hier in Greifswald. Alles bunt, alles friedlich, alle Farben außer braun. Offiziell sind es nur 3100 gewesen, die sich bei anfangs strömendem Regen auf dem BusBahnhof einfanden zur Demo gegen das AtomKlo in der Gemarkung Rubenow nahe dem SeeBad Lubmin*grins* einfanden.  Es ist schon lustig, wie die Demo von den OZlern dargestellt werden. Da ist es zum Beispiel wichtig, daß das Auto des auch an der Demo teilnehmenden MinisterPräsidenten Erwin Sellering in der Fleischervorstadt „versteckt“ wurde, um es vor dem Mob zu schützen*saufrechgrins*

Laute Ska- Musik und viele Reden – unter anderem vom Bischof Abromeit von der Pommerschen Evangelischen Kirche, der die Meinung vertrat, daß die AtomEnergie niemals hätte entwickelt werden dürfen. Wobei ich da denke, daß in der 1950er Jahren noch gar keiner absehen konnte, wie problematisch sich die Entsorgung der entstehenden Abfälle gestaltet. Es ist ein langer Prozeß, die SystemFehler als solche zu erkennen und jetzt sollte es so schnell wie möglich gehen, die noch arbeitenden KernKraftWerke außer Dienst zu stellen. Und es sollten auch die KraftwerksBetreiber an den Kosten für die Entsorgung des radioaktiven Materials beteiligt werden. Warum läßt man die BrennElemente nicht an den KraftwerksStandorten, wodurch sich das aufwendige Transportieren der CastorBehälter erübrigen würde?

Klar, daß die radioaktiven Abfälle aus Cadarache wieder zurück nach Deutschland müssen, denn hier ist das Zeug schließlich entstanden und wir können von Niemandem in der Welt verlangen, „unseren“ AtomMüll zu lagern. Und so ist es auch konsequent und richtig, daß der AtomMüllTransport nach Mayak in Rußland abgesagt wurde.Es gilt aber auch hier in Greifswald und Lubmin ein Stückweit das St. FloriansPrinzip. Keiner will das Zeug vor der eigenen HausTür haben – verständlich! Solange es noch kein Endlager, ja noch nichteinmal eine praktikable Technologie für die Endlagerung hochradioaktiven Materials gibt, werden die Zwischenlager de facto Endlager sein. Bei den HalbWertZeiten, von denen die Rede ist, drängt die Zeit ja nicht – und „nach mir die SintFlut“…

Langsam kommt es auch in Pommern zu einem Umdenken – auch von Menschen, die im KKW gearbeitet haben und die Technik der AtomEnergieGewinnung bis vor Kurzem noch verteidigt haben. Es war ein hoffnungsvoller AufTakt und die einzigen „Schwarzen Blöcke“ waren die Uniformierten, die aus Hamburg, NiederSachsen und HedwigHolzbein herbeibeordert wurden, die aber zu keiner Zeit aktiv werden mußten und ihre Helme am Koppel statt auf dem Kopf trugen. Aber schaut selbst, wie bunt und fröhlich es hier in Greifswald war.

Das war praktisch die generalProbe. Am 14. Dezembär geht der CastorZug auf die Reise von Cadarache hier hoch – und am 14. Dezember heißt es „Arsch huh und Zäng ussenander“. AtomKraft raus – Nazis abschalten.

Und das wieder bunt und fröhlich und gewaltfrei. Zeichen setzen gegen reichlich vorhandenes braunes Gedanken“gut“ hierzulande.

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4 responses

12 12 2010
bigi

Erste!
Wo ist das TrötBild?
Feine Ausbeute des wunderbunten Protestes.
Tschülp

12 12 2010
herr_momo

Jepp – genauso ist es…
Und ich hocke nun wieder hier in HH – und könnte mich höchstens auf die Gleise der S-Bahn setzen.
Nur wird das den Castorzug wohl kaum interressieren 😦
Aber schön war es das Wochenende bei Euch.
Danke für das warme Bett, das trockene Dach über dem Kopf, die freundliche Bewirtung und überhaupt. 🙂

12 12 2010
bigi

… und du schielst nicht – hab ich nich geschafft 😉

14 12 2010
juwi

Danke für’s zeigen der Fotos. Ich ärgere mich, dass ich am Samstag nicht dabei sein konnte. So bekomme ich aber zumindest einen Eindruck davon, was ich verpasst habe.

Es ist zwar möglich, dass in den 1950er Jahren noch eine gute Portion Naivität im Spiel war, aber diese Zeiten sind ein für allemal vorbei. Heute kann sich keiner der Verantwortlichen mehr dahinter dahinter. Neue Erkenntnisse erfordern neues Handeln. Im Falle der Atomenergie – insbesondere wegen des unlösbaren Atommüll-Problems – kann das nur heißen: Abschalten! Und zwar umgehend!!

Ich wünsche euch für den Rest der Woche noch alles Gute und habt noch ein paar schöne Stunden und Tage mit Frau Momo.

Gruß von der heute wieder winterlich sonnigen Nordsee- an die Ostseeküste,
juwi

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