Sonntag ist Protesttag

30 10 2010

Es kommt ein Schiff geladen – ja was sag ich eines- es kommen so an die 10 Schiffe aus dem Greifswalder Museumshafen. Bis an den höchsten Bord beladen mit ProtestTanten und -Onkels, Damen und Herren Musici und einigen Gästen. Sie fahren um 10:00 los, um ca. 14:00 in Lubmin zu sein, dort an einer Protestkundgebung gegen die Beschickung des Zwischenlagers mit Atommüll aus Karlsruhe und Cadarache.   Gerade hat die BundesRegierung die Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke D-Lands um durchschnittlich 12 Jahre beschlossen. Das hat zur Folge, daß sie gleichzeitig den regionalen Energieversorgern und Stadtwerken das Leben schwer macht, indem sie die von ihnen bevorzugt betriebene Kraft- Wärme- Kopplung behindert. So sieht LobbyPolitik aus und das Plakat an der Hauswand der CDU- Zentrale in Berlin spricht Bände: feist grinsende, sich zuprostende Kanzlerin und RWE-Chef. Und die maroden Anlagen in Mülheim- Kärlich, Krümmel, Brokdorf, Brunsbüttel und wo auch immer in D-Land werden weitergefahren bis zum St. Nimmerleins- Tag.  Jeder Tag, an dem so eine Hütte länger läuft, spielt sie große Reingewinne ein. Darauf wollen EON, RWE, Vattenfall und die anderen EnergieRiesen nicht verzichten, wissen sie doch, daß die Entsorgung des dabei entstehenden Atommülls letztendlich doch durch den SteuerZahler bestritten wird.

Und deshalb STRANDSPAZIERGANG in Lubmin. Gegen die Verlogenheit der derzeitigen Regierung, gegen die Verlogenheit auch eines Herrn Trittin, gegen die Umwidmung des Atommüllagers in Lubmin zum de facto- Endlager, zum AtomKlo Deutschlands. Kernkraftwerke machen nunmal radioaktiv strahlenden Müll und deshalb sollten wir alles dafür tun, daß sie so bald wie möglich außerDienst gestellt werden. Dann dürfte sich aber auch niemand beschweren, wenn er in Sichtweite des eigenen Hofes WindRäder hat und die Leute sich Photovoltaik- Module aufs Dach schrauben.

In dem Sinne: Wir sehen uns morgen in Lubmin 😉

Photos von der Schaffe dann morgen nacht hier.





ich hab sonnen Halz…

26 10 2010

Wir haben hier oben schon immer vermutet, daß ein so großes Atommüllager(Zwischenlager*hahaha*) bestimmt nicht nur für die starkstrahlenden Abfälle aus Lubmin und Rheinsberg bestimmt ist. Was ich selbst erst jetzt erfahren hab: 1999 im Zuge der Indienststellung des ZwL in Lubmin ist der damalige UmweltMinister Jürgen Trittin vor die Presse getreten und spruch wörtlich folgenden Satz:
„Dieses Zwischenlager für hochaktive Brennelemente ist ausschließlich vorgesehen für abgebrannte Brennelemente aus Greifswald und aus dem AKW Rheinsberg. Es ist nicht vorgesehen als Zwischenlager für Brennelemente aus westdeutschen AKWs oder Glaskokillen beispielsweise aus der Wiederaufarbeitung“
Ende des Zitats.
Und zu dem Zeitpunkt hat er schon gelogen wie Goebbels`braune Aktentasche, denn zu dem Zeitpunkt hat er schon längst die Papiere unterzeichnet, die uns jetzt die Ankunft genau dieser Glaskokillen in Castorbehältern HAW28M aus Karlsruhe bescheren. Die Vermutungen waren also richtig, daß hier oben in der Lubminer Heide das Atomklo D-Lands entsteht, aber daß es ausgerechnet ein Politiker der GRÜNEN ist, haut mir doch ziemlich die Beine wech. Und wenn die Künasts und Roths dieser Welt jetzt scheinheilig mitwettern gegen diese Machenschaften der bösen Atomlobby – ja sorry, da kommt mir die Wurst. Und ich steh wieder vor der Frage: wen wählen, wenn nichtmal denen noch zu trauen ist. Trittin ist ein Lügner, genauso übel wie die feinen Herren von den anderen etablierten Parteien. Zum :devil: nochmal und ich möchte ihm gerne ins Gästebuch sch…. aber werde wohl trotzdem GRÜN wählen, weil es einfach alternativlos ist. Hab ja auch schon mit dem gedanken gespielt, selbst Mitglied dort zu werden, denn gegen alles meckern ist ja einfach.
Das Schlimme an der Atommüllager-Geschichte ist, daß es hier in Lubmin keine sog. „Heiße Zelle“ gibt, also eine strahlenisolierte Kammer, in der ein Castorbehälter im Falle eines technischen Defekts sicher geöffnet und umgeladen werden kann. Sehr beruhigend der Gedanke, wo praktisch niemand genau weiß, was da im CastorInneren abgeht, wenn die Kühlung mal versagt oder das Material sich verändert durch die permanente hohe Strahlenbelastung. Aber guckt mal hier zur Geschichte der ZwL- Errichtung in Lubmin(nur ca 20km östlich von Greifswald):
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/no…n3213.html
(Man reiche mir den ÜbelKübel, sonst wird mir ohne Kübel übel!)





Der Bär war los in der Hauptstadt.

25 10 2010

Das war am Mittag noch nicht so zu spüren, aber es entwickelte sich am Abend mit einer Vehemenz, die ich so nicht erwartet hätte. Mittags gings aber erstmal zu einer Vernissage einer Freundin meiner LeuchtturmWärterin in einem kleinen Café in Adlershof. SchwarzweißPhotographien, quadratisch unter dem Titel Paris – Saarlouis- Berlin. Sehr schöne Sachen dabei, die wir leider gar nicht genau anschauen konnten, da das Café knüppeldickevoll war.  So waren wir da auch schnell wieder weg und haben uns zwei Stunden des herrlichsten Berliner Wetterchens gegönnt und dabei diese architektonische Kostbarkeit entdeckt:

Aber dann ging es zu 17:00 in die Poststraße, vorbei an bestimm 3/4 aller Straßenbaustellen der Haupstadt. Da ist zur Zeit halb Berlin aufgerissen, überall sieht man rotweiße Sperren und Baken und wir haben unser Auto kackfrech ins totale Halteverbot gestellt – erstens weil da schon …zig adere Autos herumstanden und zweitens weil backbord querab eine Baustelle den Durchgangsverkehr unterband. So brauchten wir nur drei oder vier Autolängen bis zum Kartoffelhaus zurücklegen.

Dank Frau und Herrn Tonari hatten 23 BloggerInnen, mit Kameras bewaffnet, die Gelegenheit,erstens die Blogosphäre aus der Virtualität in die Realität zu holen und zweitens mit diesem lustigen BloggerRudel durch die LichterStadt zu ziehen. Zuvor aber noch üppig speisen im KartoffelHaus im Nikolaiviertel. Nach Essen, Bierchen und reichlich vor der Haustür dargebrachten RauchOpfern entsicherten alle ihre Canonen, Pentaxe, Fujis und andere photographischen Aufzeichnungsapparate und los ging es in ein Gewühl von tausenden Menschen, mindestens die Hälfte von ihnen kamerabewehrt. Es gab  ja auch viel, sehr viel zu sehen und zu hören.

Ein wunderbarer Abend in der quietschbunt erleuchteteten Stadt an der Spree, eine quietschvergnügte BloggerGang, die durch die Stadt zog und auf der halben Strecke -Überraschung – von den liebsten Stadtführern mit GlühWein und  FrüchteTee versorgt wurden. Und weil wir, meine LeuchtturmWärterin und ich – nicht mehr weiterziehen konnten, hat uns der TonariMann wieder zurück zur Poststraße gefahren, von wo wir glycklich und voller Erlebnisse die Heimreise zuryck an den Ryck antraten.

Es war schön mit Euch, liebe Bloggergemeinde und wir freuen uns auf die Wiederholung in Chemnitz/Sa.





Zauberwolkenentenspatzenmöwendrachen…

18 10 2010

am Himmel über der Prorer Wiek und über dem Seh- Bad Binz. Seit gefühlten zwölfunddreißig Wochen haben meine LeuchtturmWärterin und meinereiner es ja wirklich mal wieder geschafft „richtiges“ Meer zu sehen, alle darin, daran und darüber befindlichen Möwen wegzuphotographieren, nicht ohne sie vorher mit ButterCroissant zu bestechen. Ergebnis: Unsere Kameras waren viel schwerer als wir wieder weggingen. Und darum lassen wir einige der FlugTiere hier wieder frei. Ja sogar Hunde waren teilweise in der Luft unterwegs, obwohl es sich nicht um FlugHunde handelte(auch nicht um Chinesische FaltenHunde), eher um so eine Art Jack Russell- Terrier und einen Malteser:Seit langem konnte ich mal wieder in ein entspanntes Gesicht meiner LeuchtturmWärterin blicken, die unbedingt mal ein paar Stunden außerhalb von FederLesen und Meer brauchte. Und die See verabschhiedete uns mit diesen phantastischen WolkenGemälden.





Glück auf, Glück auf…

13 10 2010

… der Steiger kommt –

und er hat sein helles Licht bei der Nacht –

und er hat sein helles Licht bei der Nacht-

schon angezünd’t – schon angezünd’t….

Heute früh um 5 kam in der chilenischen Atacama- Wüste der erste der 33 unter Tage eingeschlossenen BergLeute wieder ans Tageslicht. Das erste Mal in der langen bergmännischen Geschichte ist es gelungen, BergMänner aus über 600 m Tiefe abzubergen. Zeit, den Rettungsmannschaften zu danken und still den Hut zu ziehen vor den tausenden Berglauten, die in Ausübung ihrer Arbeit im Berg geblieben sind und vor den hunderttausenden BergLeuten, die für uns Kohle, Kupfer, Gold und  was auch immer aus der Tiefe holen. Sie wissen, daß SchlagWetter, Stolleneinstürze und hunderte andere Gefahren im Berg ihr Leben bedrohen und sie fahren immer wieder ein – auch für uns.





BaggerFahrer Hannes Kabeltod flucht….

4 10 2010

wenn der Archäologe nach Scherben sucht. So geschehen heute morgen in der schönsten Straße der schönsten Hansestadt am Ryck. gegen 10:00 kriegte der BaggerFahrer plötzlich Holzteile zu packen und sofort stand ein Archäologe auf der Matte und der BauLärm verstummte schlagartig.

Der größte Bagger steht auch still, wenn der BodendenkmalPfleger es will. und der kratzte, schaufelte, schabte Keramik, Metall und LederFragmente aus der Erde und schätzt die auf den Photos sichtbaren Holzteile auf 13. Jhd. Die liegen ca. 1,50m unter StraßenNiveau. Zu sehen war jede Menge schwarzer „Dreck“ der wie der Archäologe sagt auch „Mist“ ist. Mit dem MetallDetektor hat er da drin schonmal trotz Ablenkung durch ein „neues“ WasserRohr historische  MetallTeile festgestellt. Sehr interessant, was so in unserer Straße aus der Vergangenheit so ans Licht geholt wird. Weniger gut, daß durch die Bauarbeiten und den BauLärm ziemliche Ebbe herrscht, was bei meiner LeuchtturmWärterin so über den Tresen geht. Und die archäologischen Grabungen verzögern die Bauerei nun noch zusätzlich. Baggerfahrer Hannes Kabeltod würde auch lieber weiterarbeiten, anstatt dem BodendenkmalPfleger bei der Arbeit zuzuschauen. Aber das Leben ist eben kein PonyHof. Aber nun gibts lecker Roulade (um 20:30!!) drüben auf bigis Turm. (lieber schnell geplatzt als langsam vertrocknet*grins*)