Altes Haus am Meer

26 05 2010

.. es steht in LUDWIGSBURG. Und nun werdet Ihr überlegen: Ludwigsburg ? Am Meer, BaWü? Württemberg jetzt an der See? Nöö, Ludwigsburg gibts auch bei mir „umme Ecke“, es ist der Witwensitz der Pommerschen Herzöge. Der Name geht auf den Herzog Ernst Ludwig von Pommern -Wolgast zurück, dessen Gemahlin Sophia Hedwig das Gelände aus dem Besitz des Klosters Eldena erhielt, dort Ende des 16Jhd. das Schloß errichten ließ , das sie bis zum Ende ihrer Tage bewohnte. Die Schwester des letzten Pommernherzogs Bogislaw XIV. , Anna von Croy wohnte dort bis 1650.

Das als Sommersitz gedachte Schloß erhielt 1908 Strom und eine Zentralheizung, gehörte bis 1946 der Greifswalder Kaufmannsfamilie Weißenborn, danach der Gemeinde Ludwigsburg und beherbergte lange Flüchtlinge, später war es ein Altenheim. Nach 1970 war es so abgewohnt, daß es weitgehend leergezogen wurde. Nur noch die Betriebsküche einer Landwirtschaftlichen Produktions- Genossenschaft nutzte das Erdgeschoß und mit der Wende beschleunigte sich das Sterben des interessanten Hauses. Seit 1992 gehört es nun wieder den Weißenborns und ein Förderverein kümmert sich um den Erhalt der Substanz, die gerade in den Jahren nach 1989 schwer gelitten hat. Momentan ist im Haus die Schwammsanierung erfolgreich beendet und eine schwere Stahlkonstruktion aus dem Dachstuhl wieder ausgebaut, mit der das Dach gestützt wurde, die aber durch ihr Gewicht das ganze Gebäude gefährdete. Der Ostgiebel des Schlosses, rechts oben: das Fachwerk ist fast komplett freigelegt und mit Heißluft ist der Hausschwamm vernichtet worden. Im ersten Obergeschoß sind die Gewölbe unter den Fußbodendielen freigelegt worden. Dort muß der abgelagerte Bauschutt herausgegraben werden, damit der Druck auf das Gewölbe verringert wird. Die Stuckdecke ist noch aus der Erbauungszeit des Hauses, wie auch die meisten Fenster. Auch im 17. Jahrhundert mußte schon Energie gespart werden. Deshalb wurde diese GlasWand eingebaut, um das Treppenhaus von den Wohnräumen abzutrennen – und trotzdem Licht hineinzulassen. Die Fenster hatten übrigens immer einen waagerechten Sturz, der Bogen verringert „nur“ den Druck auf den Fenstersturz. Bei einer Wandstärke von über einem Meter war es möglich, 60cm tiefe Schränke in die Wand einzubauen, von denen nur noch zwei im ganzen Haus erhalten sind. Und es sind unter den in DDR- Zeiten angebrachten Ölsockeln noch Original- Fresken entdeckt worden, die zumindest teilweise wieder restauriert werden sollen. es bleibt also interessant – und ich werde wiederkommen und auch wieder berichten, wenn sich was ut im Schloß Ludwigsburg in Vorpommern.

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5 responses

27 05 2010
Kerstin

Lieber Wolfgang, das ist genau mein Ding. Alte Gemäuer – mit Geschichte dazu – das gefällt mir. Ich stelle mir immer alles bildlich vor, wie es früher war. Schön, dass es nun Stück für Stück wieder Leben erhält. Da gehört viel Zeit und Kraft und vor allem Geld dazu.
War Tag der offenen Tür oder wie bist Du reingekommen? Wäre schön, wenn Du ab und zu den Fortgang zeigen könntest.
Hab einen netten Donnerstag, liebe Grüße von Kerstin.

27 05 2010
Gedankenkruemel

Lieber Wolfgang,
Sehr interessant. Es wär schön wenn
die Pläne gelingen.
Die Stuckdecke ist wunderschön, hoffentlich
bleibt sie erhalten.

Liebe Grüsse
Elke

28 05 2010
Wolfgang aus Greifswald

Schön, daß Du hier bist, liebe Elke, und ich werde das mit demSchloß weiter beobachten und bestimmt berichten, wenn sich was tut.
LGr. aus der sonnenwolkenkühlen Stadt am Meer vom Wolfgang.

28 05 2010
ute

alte gemäuer haben meist einen charme, dem man sich nicht entziehen kann.
leider sind sie in der unterhaltung so teuer, dass sich manche investoren dann mit der sanierung übernehmen..

was ist den auf dem boden des einen bildes zu sehen ? eine krake aus sand ?

28 05 2010
Wolfgang aus Greifswald

nein nein, liebe Ute, so sieht das Kreuzgewölbe vom Erdgeschoß von oben aus, nachdem die Bodendielen aufgenommen wurden. Das ist ein Blick in den Großen Festsaal im 1. Obergeschoß. Und der ganze Bauschutt, der da an den Rändern liegt, muß raus, weil der das flache Gewölbe sehr belastet. Bei spitz zulaufenden Gewölben in Kirchen zum Beispiel, kippt man Bauschutt oben rein, um sie zu stabilisieren. Hier bewirkt es das Gegenteil.
GLGr aus der schönsten Hansestadt am Ryck vom Wolfgang 😉

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